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Fratzenkupferstiche und fremde Nachrichten, die den Kupferstichen gleichen? oder von innen? durch ihre eigene Seele? aus Empfindung, Rede und Tat? . .

Die Deutschen hat man das Volk der Dichter und Denker genannt, weil die Literatur und die Philosophie wahrend der letzten zwei Jahrhunderte in ihrem Leben eine grosse Rolle gespielt haben. Aber der Reichtum der deutschen Literatur und Philosophie ist nur die glanzende Kehrseite dessen, was man den Deutschen auf der anderen Seite als Mangel angerechnet hat. Hat man namlich die Augen nicht auf die deutsche Klassik und Romantik: auf Schiller und Goethe, auf Novalis und Tieck und all die anderen Dichter, nicht auf die deutsche Philosophie und Wissenschaft gerichtet, so spricht man von den Deutschen meist wie von Halbbarbaren, einer nicht sehr sympathischen Mischung von blutdürstigen Kriegern und sentimentalen Pfahlbürgern, imstande: Europa und die ganze Welt in Brand zu stecken, wenn sie damit nur ihren, Minderwertigkeitskomplexen entspringenden, Geltungsdrang befriedigen.

Tatsachlich sind die Deutschen nicht barbarischer oder kriegerischer als andere Völker. Sie sind nur in ihrer nationalen Entwicklung hinter anderen Vólkern zurückgeblieben, die nach glücklichen Kriegen und unter der Leitung grosser Staatsmanner sich ihre nationale Einheit schaffen konnten. Um nur ein Beispiel zu nennen: als in Frankreich aus den zerstreuten, mittelalterlichen Feudalmachten sich der zentrale Nationalstaat zu bilden begann, setzte in Deutschland der Zerfall ein. Zahllose Könige, Fürsten, Herzöge und Grossherzöge, Grafen und Freiherrn machten die zentrale Gewalt zum Gespött. Nachdem in den Bauernkriegen das Blut von abertausenden Bauern Mittelund Süddeutschlands verströmt war, schlug der dreissig-

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