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jahrige Krieg dem Land neue Wunden. Als dieser furchtbare Krieg 18 Jahre gedauert hatte, schilderte Andreas Gryphius die Verwüstung:

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr dann ganz

verheeret.

Der frechen Völker Schaar, die rasende Posaun, Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Kartaun Hat Aller Schweiss und Fleiss und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist umgekehret, Das Rathaus liegt in Graus, die Starken sind zerhaun, Die Jungfraun sind geschandt, und wo wir hin nur

schaun,

Ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durch-

fahret.

Doch schweig ich noch von dem, was arger als der Tod, Was grimmer denn die Pest und Glut und Hungersnot: Dass auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.

Der ausgeblutete, von Brand und Pest zerfressene Leib Deutschlands hatte über hundert Jahre nötig, um körperlich und seelisch zu regenerieren. Als sich dann endlich in den besten Köpfen und Herzen der Wille und die Sehnsucht nach der Einheit der Nation zu regen begannen, war das „Heilige römische Reich deutscher Nation" endgültig zerfallen. In Frankreich dagegen hatte sich die nationale Zentralmacht endgültig gefestigt.

So konnten Racine und Corneille ihre Dramen für die Franzosen schreiben. In Deutschland dagegen, wo viele Höfe den französischen Hof nachahmten, wobei sie sich diesen Luxus nur erlauben konnten, indem sie tausende ihrer Landeskinder als Soldaten in die Fremde verkauften, blieb den Dichtern, wollten sie nicht als Hofpoeten den mit dem Blut der Bauern- und Hand-

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