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werkersöhne erkauften Glanz besingen, nichts anderes übrig wie ein kümmerliches Dasein zu fristen oder auch in fremde Dienste zu gehen. Nichts Gemeinsames gab es in Deutschland ausser der Armut und ausser der Sprache.

Die deutsche Sprache für die Dichtung gerettet zu haben, als die Höfe immer mehr verwelschten, ist das Verdienst der Dichter des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts, von denen die Literaturgeschichten sagen, dass sie unter auslandischem Einfluss stehen. Deutscher als die Kunstdichtung ist in diesen Zeiten wahrlich, was das Volk singt.

Singt das Volk kriegerische Lieder?

Es singt in der Kirche und in den hauslichen Andachten die geistlichen Lieder, die ihm Trost im Leid geben und Mut, die Not zu tragen, jene Lieder voll frommer Andacht und inniger Rührung, die, aufgenommen in die Musiken Johann Sebastian Bachs, die Welt immer wieder ergreifen. Und es singt jene traurigen Lieder von den verkauften Soldaten: von der Mutter, die zu Strassburg wohl vor des Hauptmans Haus bittet, man möge doch ihren Sohn freigeben aber zur Antwort bekommt, dass er sterben muss im weiten breiten Feld, von den armen Kerlen, die aus Sehnsucht nach der Heimat desertierten und ü'ber den Rhein nach Deutschland schwimmen wollten, die aber der Sergeant im Strome auffischte, und die zu Strassburg auf der Schanz erschossen wurden — von jenen Hessen, die das Schiff, auf dem sie nach Jütland gebracht werden sollen, auf den Wellen schaukeln sehen und von banger Wehmut überfallen werden: „Das Schifflein am Strande, schwanket hin und schwanket her — grad als ob im fremden Lande keine Hoffnung mehr war!" — und schliesslich von den verkauften Soldaten, die sich damit trosten, dass sie „auf einem

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