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Klage lesen, dass „das Deutschland Thomas Manns, das wir so liebten", aufgehört hat zu bestehen. Dieses „Deutschland Thomas Manns" erinnert mich fatal an „das Deutschland Schillers und Goethes", das auch nie bestanden hat, oder, wenn man den kleinen Kreis um Schiller und Goethe dafür nehmen will, von der Masse nicht beachtet wurde. Und ich frage mich, warum man eigentlich hinsichtlich Deutschlands immer diese Etikettierungen macht. Fallt es jemand ein vom „Russland Tolstois und Dostojewskis", vom „Niederland Vondels" oder vom „Niederland Verweys", vom „Skandinavien Ibsens und Strindbergs", vom „England Shaws und Chestertons" vom „Belgien Maeterlincks und Verhaerens", vom „Frankreich Zolas und Flauberts" zu sprechen? Ich glaube, dass man diese Etikettierung hinsichtlich Deutschlands vornimmt, weil man dabei politische Hintergedanken hat. Denn man will damit zum Ausdruck bringen, dass das übrige Deutschland eigentlich jenes halbbarbarische Land der agressiven Expansion und des dummen Untertanentums ist, das man verachtet.

Spricht man nun von Thomas Mann, so spricht man auch von seinem grossen Roman „Die Buddenbrooks". Aber mit den „Buddenbrooks" ist es wie mit Goethes „Faust", Kants „Kritik der reinen Vernunft", Dantes „Göttlicher Komödie", Karl Marxens „Das Kapital" und anderen grossen Werken: die meisten reden davon, ohne sie gelesen zu haben. Kulturkritisch und sprachkünstlerisch von Nietzsche, als Erzahler von den skandinavischenj russischen und nicht zuletzt englischen Romanciers angeregt, hat Thomas Mann in den „Buddenbrooks", der Geschichte vom Verfall einer Familie in vier Generationen, dem bürgerlichen Familienroman in Deutschland klassische Form gegeben. Das ist seine bleibende Bedeutung in

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