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Thomas Mann hat das Lebenmüssen im Exil der Literatur immer als Fluch empfunden. In seiner Studie „Die Hungernden" sagt Detlef: „Ach einmal eine Nacht wie diese, kein Künstler sein, sondern ein Mensch! Einmal dem Fluche entfliehen, der da unverbrüchlich lautet: Du darfst nicht sein, du solist schauen; du darfst nicht leben, du solist schaffen; du darfst nicht lieben, du solist wissen!" Und Tonio Kroger sieht in der Literatur etwas „Infames", „Niedertrachtiges", „Empörendes" und in den Literaten „Damonen, Kobolde, tiefe Unholde und erkenntnisstumme Gespenster".

Die Geschichte der „Buddenbrooks" aber ist überstrahlt von einer gewissen Wehmut und Trauer über den Verfall der alten Bürgerherrlichkeit: „Hanno, kleiner Hanno . . . Tom, Vater, Grossvater und die Anderen alle! Wo sind sie hin? Man sieht sie nicht mehr. Ach es ist so hart und traurig!"

Diese, ein wenig sentimentale Trauer um den verschwundenen Glanz des neunzehnten Jahrhunderts hat „Die Buddenbrooks" in den Kreisen des Bürgertums sehr beliebt gemacht. Nichts lag der neuen Generation aber ferner als Klage um verwehte Bürgerherrlichkeit. Darum hatte ihr Thomas Mann nichts zu sagen. Er war der Artist der „kühlen Strenge" und der „spöttischen Liebe", der nicht fühlen kann wie die „Gewöhnlichen", weil er sich „gegen die holde Trivialitat der Empfindungen" „aufs höchste empfindlich in Fragen des Takts und Geschmacks" straubt und die These vertritt, dass „das, was man sagt, niemals die Hauptsache sein darf, sondern nur das an und für sich gleichgültige Material, aus dem das aesthetische Gebilde in spielender und gelassener Ueberlegenheit zusammenzusetzen ist". Er war für sie ein Literat — der Schreiber der langen, kunstvollen Satze. Erst nach dem Kriege,

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