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redakteur des theoretischen Organs der Partei. Er verkündete in der „Neuen Zeit" vom 28. August 1914 die Kriegsideologie der sozialdemokratischen Partei: „Ein zielklarer Wille lebt auch, wahrend sich die Donner des Weltkriegs über ihren Hauptern entladen, in der deutschen Arbeiterklasse". Ein halbes Jahrhundert revolutionarer Vergangenheit war damit von ihr selbst ausgestrichten und vom kaiserlichen Deutschland pardoniert.

Auch der Chor der Dichter wollte nicht fehlen, griff in die Heldenleier und sang anfeuernde Lieder: Lissauer den „Hassgesang gegen England", Alfred Kerr „Jeder Stoss ein Franzos —jeder Tritt ein Brit — jeder Schuss ein Russ", und Gerhart Hauptmann war gar der Ansicht ,,Eh ich nicht durchlöchert bin, kann der Feldzug nicht geraten", obwohl er zuhause in seiner komfortablen Villa in Berlin-Grunewald blieb — denn mit dem Vers: „Komm wir wollen sterben gehn, in das Feld, wo Rosse stampfen" meinte er ja die Anderen. Noch schlimmer als die bekannten machten es viele weniger bekannte Schriftsteller. So sang einer

Und geht die ganze Welt kaputt In Blut- und Flammenwehen,

Und wird es wirklich jüngster Tag —

Wir bleiben und wir stehen!

Wir bleiben, Michel, und wir stehen Vor Gottes Thron zu sagen,

Allwie man ihn und seine Welt An elende Habsucht verraten!

und im Kriegswahnsinn delirierend ein anderer:

Schlagt alles tot, was um Gnade fleht,

Schiesst alles nieder wie Hunde —

Mehr Feinde! Mehr Feinde! sei euer Gebet In dieser Vergeltungsstunde!

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