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entstehen, als der jungen Generation die Möglichkeit genommen war, organisch in die Gemeinschaft der „Alten" zu wachsen. Bis zur Jahrhundertwende war es eine Selbstverstandlichkeit, dass der Junge, der die Volksschule besucht hatte, mit 14 Jahren in die Lehre kam, dass er nach beendeter Lehrzeit zum Gesellen geworden, ein oder zwei Jahre auf die Wanderschaft ging, um zu sehen, wie man anderswo sein Handwerk betrieb, dass er mit zwanzig Jahren „seine Militarzeit abdiente" und danach einen Hausstand gründete. Die Industrialisierung hatte daran wenig geandert. Saisonmassige, periodische Arbeitslosigkeit war „eine normale Erscheinung". Wer mit fündundzwanzig Jahren „nicht wusste, was er wollte", dem war nicht zu helfen. Aller menschlichen Erfahrung nach blieb er „eine unsichere Existenz" sein Leben lang. Der „höhere Schüler" ging nach abgelegter Reifeprüfung zur Universitat oder technischen Hochschule, trieb seine Studiën und bereitete sich auf seine Examinas vor. Hatte er sie bestanden, diente er seine einjahrige Dienstzeit ab. Auch er konnte damit rechnen, dass er mit fünfundzwanzig bis dreissig Jahren sich eine Existenz und einen Hausstand gründen werde. Kein Schatten unsicherer Zukunft fiel auf die Jugend. Kein Mensch ware auf den Gedanken gekommen, vom „Zeitalter der Jugend" zu sprechen. Das „Jugendproblem" entstand erst — auch vom „Zeitalter des Kindes" redete man erst als man entdeckte, dass ein Jahrhundert bürgerlicher Entwicklung das Kind in Gefahr gebracht hatte, — nachdem der erste Aufbruch der Jugend im „Wandervogel" den „Alten" bewusst gemacht hatte, die junge Generation könne neue von ihnen nicht kontrollierte Wege gehen, und als man bemerkte, dass die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sich so entwickelt hatte, dass die junge Generation nicht mehr organisch in sie wuchs.

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