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um von jenen Refrains ganz zu schweigen, die mit ekelhafter Zweideutigkeit Obszönitaten mehr unterstrichen als verdeckten. Diese für souverain erklarte Geistlosigkeit auf das Konto einer Partei oder eines Standes zu setzen, ware ebenso töricht, wie sie abzuschwachen oder zu leugnen. Alle Stande wurden davon angefressen. Denn sie fand dank der mechanisierten Verbreitungsmöglichkeiten von Ton und Wort: von Schallplatte, Radio und Film Verbreitung bis in die Wohnzimmer.

Sie kam auf in einem geistigen Vacuum, das vortrefflich durch ein kleines Erlebnis charakterisiert wird, das ich in den schlimmsten Tagen dieser ersten Zeit nach dem Kriege in Düsseldorf hatte.

Düsseldorf hat im geistigen Leben der Deutschen im letzten Jahrhundert eine besondere Rolle gespielt, und man wird auch die geistige Geschichte der Republik der vierzehn Jahre nicht schreiben können, ohne Düsseldorf ein besonderes Kapitel zu widmen. In den engen Gassen seiner Altstadt trommelten die Trommler Napoleons Heinrich Heine, wie er es seinem „Buch Le Grand" geschildert hat, die Begrifïe des neuen Jahrhunderts in das Herz. Hier gründete der Amtsgerichtsrat und Dichter Karl Immermann seine,,Musterbühne", mit der er Lessings in Hamburg missglückten Versuch zur Schaffung eines Nationaltheaters der Deutschen fortsetzte. Nach dem künstlerischen Grundsatz: primo die Rede und erst secundo das Spiel der Gesichtsmuskeln, der Hande und Füsse sollten darauf die Werke der grossen Deutschen Goethe, Schiller und Kleist und der grossen Europaer Calderon und Shakespeare erstehen. Aber nach drei Spielzeiten war auch dieser Versuch gescheitert. In dieser rheinischen Stadt bauten schliesslich zu Beginn unseres Jahrhunderts Gustav Lindemann und seine Frau und Kollegin Louise Dumont ihr Schauspiel-

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