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hatte er monatelange Schutzhaft und Gefangenhaltung seiner Frau im Polizeigefangnis ertragen. Feigheit kannte er nicht. Ich sehe ihn noch wahrend der Demonstration einer riesigen Menschenmenge vor dem Polizeigefangnis. Die Demonstranten machten Anstalten, das Haus zu stürmen. Sie warfen mit Steinen gegen die Polizeibeamten. Und diese machten sich schussfertig und gingen gegen die Menge vor. Da nahm mich Peter beim Arm und lief mit mir den Polizisten entgegen. Der Menge rief er, sichzurückwendend zu: „Seid vernünftig, Menschen!" und den Polizeibeamten: „Lasst uns vernünftig miteinander sprechen!" Noch vor den Gewehrlaufen der Polizei und unter dem Steinhagel, den die fanatisierte Menge gegen die Reprasentanten des Staates schleuderte, glaubte er an die Vernunft.

Das war der Arbeitersekretar Peter, dem wir Wollheims Verwundeten anboten. Kr besah das Bild lange. Scheinbar konnte er damit nicht fertig werden. Dann sagte er: „Diese Expressionisten sprechen aller Vernunft Hohn! Sie stellen die Welt auf den Kopf und es ware an der Zeit, sie endlich wieder auf die Beine zu stellen. Beste Kerle, für unser Volkshaus ist das nichts. Da müssen wir etwas haben, wo sich die Menschen dran halten können. Wisst ihr: etwas Symbolisches, das jedermann versteht. Warum malt ihr nicht die neue Zeit: Menschen, die rote Fahnen empor zum Licht tragen!?" Und er entwarf uns ein Bild — ein Klisché, eine krause Mischung von einer heidnischen, wie eine zuviel gebrauchte Münze abgegriffenen Renaissance und einer trivial banalisierten Naturreligion.

Wir mussten lachen. Entmutigt waren wir nicht. Was hatte uns in jenen Tagen entmutigen können? Aber wir warenum eine Illusion armer geworden. Wir schleppten die schwere grosse Holzplatte, auf die der „Verwundete gemalt war, zurück zu Mutter Ey. Sie hing es in der

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