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adligen Hofchargen geleitet, adligen Dilletanten, die nach dem berüchtigt gewordenen Motto „die janze Richtung passt mir nich!" jede Neuerung in der szenischen Gestaltung wie im Spielplan ablehnten. Diese Bühnenleiter sahen ihre Hauptaufgabe darin: zu verhmdern, dass Staatsautoritat und Untertanengesinnung durch Theateraufführungen erschüttert würden, und dass die Liebesverhaltnisse der „Herren Offiziere mit,,Damen ihres Etablissements nicht so skandalöse Formen annahmen, dass sich die „Oeffentlichkeit d.h. die „Sensationspresse" damit beschaftigte. Sie sorgten dafür, dass vor allem die Stücke der Klassiker, chemisch gereinigt ad usum Delphini et censoris auf die Bühne kamen. Denn darin war auf die empfindlichen Ohren von Hofschranzen keine zarte Rücksicht genommen. Im Uebrigen wurde auf den Hofbühnen handfestes altes Theater gemacht. Es gehorte zum guten Ton, je nach der gesellschaftlichen Rangordnung auf eine Loge oder Platze auf den Rangen und im Parkett abonniert zu sein, denn so konnte man sich zeigen und dartuen, dass man ,,auch

dazu gehorte".

Die Stadte hatten sich des Rechts, Theater in eigener Regie zu unterhalten, freiwillig begeben. Die meisten Stadttheater waren an Theaterunternehmen verpachtet. Der Einfluss der Stadtverwaltungen auf die Stadttheater beschrankte sich darauf, dass zwei Platze im Parkett für die aufsichtübende Polizei freigehalten werden mussten. Dafür dass die Hüter des Gesetzes nicht einzuschreiten brauchten, sorgten die Pachter schon von sich aus. Sie waren verpflichtet, neben den Schauspielensembles teure Opernensembles und Orchester zu unterhalten und bekamen dafür besondere Zuschüsse. Sie hatten ihr festes Abonnentenpublikum und wussten, was es sehen und hören wollte. In geregelten Abstanden mussten sie „Volksvorstellungen"

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