Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Platze auf. Sie gründeten eigene Wandertheater, urn auch die kleinsten Stadte und Dörfer zu bespielen. Ihre Funktionare sassen in den stadtischen Theaterkommissionen und in denen der Landestheater. Sie mitbestimmten die Höhe der Subventionen. Kurz: die Theaterbesucherorganisationen trugen wesentlich zur Stabilitat der Theaterhaushaltplane bei. Es konnte nicht ausbleiben, dass sie Einfluss auf die Spielplangestaltung verlangten und erhielten — dass also die Intendanten je nach der Starke der Parteien in den stadtischen und landlichen Parlamenten in eine neue politische Abhangigkeit kamen.

Spricht man deswegen von dem beispiellosen Aufschwung, den das deutsche Theater in der Republik der vierzehn Jahre genommen hat, so darf man dabei nicht verschweigen, dass gleichzeitig der Kampf um die Eroberung der Bühne scharfe Formen wie niemals zuvor annahm. Je mehr die Zeit auf der Szene dargestellt wurde — und was die Theaterleute unter Zeit verstanden, werden wir noch sehen — um so mehr wurde das Parkett zum politischen Kampfplatz, auf dem wie im politischen Versammlungslokal mit Stinkbomben und weissen Mausen, mit Stuhlbeinen, Totschlagern und Reitpeitschen um die Macht gestritten wurde.

Falsch ist es, die Politisierung des Theaters in der Republik der vierzehn Jahre allein auf das Schuldkonto der Zeitdichtung zu setzen. Schon das Wort „Zeittheater" drückt aus, dass dabei dem Regisseur und dem Schauspieler die Vormachtstellung vor dem Dichter gegeben wurde. Vom „ekstatischen Theater" führte der Weg über das „entfesselte Theater" direkt zum „politischen Theater" im eigentlichen Sinne, weil bei diesem Theater der Regisseur nicht Diener der Dichtung sondern die Dichtung nur Rohmaterial für den Regisseur war. Der Regisseur des „politischen

Sluiten