Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Typisch wie die Menschen — sie haben meist keine Namen sondern heissen: der Soldat, der Invalide, der Arzt, der Mann, die Frau, der „Kommis des Tages" u.s.w. — sind die Szenen, die in allen diesen Stücken immer wiederkehren: Krieg, Elend, Hunger, Revolution, Strassenkampf und Kerker. Ernst Toller sass in der Zeit, in der seine Dramen zuerst aufgeführt wurden, selbst im Zuchthaus. Er war der militarische Leiter der Münchener Raterepublik gewesen. Die Tatsache, dass der Dichter für seine Ideale gekampft hatte und nunlitt, gab seinen Stücken in den Herzen der Zuschauer eine besondere Wirkung. Fast in jeder grosseren Stadt bildeten sich aktivistische Truppen aus arbeitslosen jungen Schauspielern, Studenten und Arbeitern, Volksschullehrern, die auf Anstellung warteten, und Handlungsgehilfen. In Berlin waren Erwin Piscator und Gustav von Wangenheim die Leiter solcher politisch orientierter Laienspiele. In der Provinz waren Schauspieler der Stadt- und Privattheater die künstlerischen Berater der aktivistischen Propagandatruppen.

Wie sehr Tollers Stücke ihre Wirkung mehr der Gesinnung als dem künstlerischen Wert verdankten, erwies sich, als der Dichter versuchte, im „Deutschen Hinkemann" aus dem Bereich des Typischen in das des Persönlich-menschlichen vorzustossen. Da trat seine künstlerische Schwache deutlich zutage. Hinkemann ist im Kriege durch eine Verwundung seines Geschlechts beraubt worden. Um seine Frau zu ernahren, verkauft er sich an einen Schaubudenbesitzer: als Kraftmensch muss er lebenden Mausen die Köpfe abbeissen. Aber Hinkemans Opfer ist umsonst. Seine Frau wird das Opfer eines stiernackigen Gewaltmenschen. Der arme Kerl muss erleben, dass ihn dieser Bursche vor allen Leuten wegen seiner Schwache verhöhnt. Verzweifelt stürzt sich die Frau aus dem Fenster und Hinkemann

Sluiten