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Konzessionen auf Kosten der Linken machten, umso mehr entkraftete sich die Macht der Republik. Ihr geistiger Raum wurde immer kleiner, je mehr schliesslich selbst diejenigen, die sie aus weltanschaulichen Gründen bejahten, mit ihr unzufrieden wurden. Die Anstrengung, sich gegen die von links und rechts anstürmenden Machte zu behaupten, verzehrten alle ihre Krafte in der Abwehr. Und da Macht ohne sie nahrende geistige Safte zum Sterben verurteilt ist, starb die Republik langsam weg. Kraftlos war sie ausserstande, sich einen geistigen Überbau zu schaffen. Als man beschloss, das „Goethejahr 1932" im Berliner Staatstheater mit einer Inszenierung des „Faust" zu kronen, fand man in Berlin keinen Regisseur, der dazu imstande gewesen ware. Aus der so geschmahten „Provinz" musste man Gustav Lindemann, den Leiter des Düsseldorfer Schauspielhauses holen, um mit wochenlangem Proben diese Aufführung möglich zu machen. Denn langst hatte man Leopold Jessner „um des lieben Friedens willen" aus der Funktion des Staatsintendanten entlassen und, eingeschüchtert durch den Radau der „Rechten", als Sündenbock in die Wüste geschickt. Langst war die „Volksbühne", erschüttert durch die Streitigkeiten zwischen den kommunistischen Piscatorleuten und den vorstandstreuen Mitgliedern so angstlich geworden, dass sie, um ja nicht „in kommunistisches Fahrwasser zu kommen" oder dafür angesehen zu werden, dass sie bereits darin schwimme, die Aufführung jedes Stückes mied, das „nach Radikalismus roch". Sie war dem Beispiel der meisten Berliner Geschaftstheater gefolgt, die — Max Reinhardt nicht ausgenommen — nichts anderes mehr sein wollten als die Unterhaltungsstatten für ein mehr oder minder gut zahlendes Publikum. „Nur keine Experimente in Krisiszeiten" war die Entschuldigung

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