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öffneten, demselben Kolbenheyer, der 1930 in einem aus Anlass des 25-jahrigen Bestehens des Düsseldorfer Schauspielhauses erschienenen Festbuch einen Artikel schrieb, der beginnt: „Der grossherzigen Ueberzeugungstreue Louise Dumonts und Gustav Lindemanns verdanke ich es, dass mir im Lebensalter einer gewissen künstlerischen Reife und Verantwortung die deutsche Schaubühne geöffnet worden ist" — und der schliesst: „Wenn irgendwo die deutsche Bühne zu neuem Leben erweckt werden soll, dann nur, wo Tatkraft und künstlerische Ueberzeugungstreue lebt wie in Gustav Lindemann und Louise Dumont". Es ist eine der kaum fassbaren Tatsachen unserer Zeit, dass weder dieser Sudetendeutsche Kolbenheyer noch Hanns Joohst, noch der Staatstheaterintendant Gustav Gründgens, der seine schauspielerische Formung den DumontLindemanns verdankt, drei Jahre spater, als nationalsozialistische Stosstrupps Gustav Lindemann den Eintritt in sein eigenes Haus verboten, weil er als Jude ausserstande sei, das Werk Louise Dumonts fortzusetzen — Louise Dumonts war inzwischen gestorben — ich sage, es ist die unbegreiflichste der vielen unbegreiflichen Tatsachen unserer Zeit, dass drei Künstler, die unter dem Hakenkreuz zu hohen Amtern gekommen waren, keinen Schritt taten und keine Hand rührten, um ihre geistige Solidaritat mit einem Künstler zu betonen, der dem deutschen Theater zu seiner schönsten Blüte verholfen hat, oder um ihn zum mindesten gegen den schimpflichen Vorwurf zu beschirmen, dass er sum Verderb des deutschen Theaters beigetragen habe.

Von keinem Spielplan eines deutschen Theaters in der Republik der vierzehn Jahre kann man so deutlich das Drama dieser Republik ablessen wie dem des Düsseldorfer Schauspielhauses. Er zeigt jede, aber auch

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