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FÜNFTES KAPITEL

ICH WILL DEN KRIEG YERGESSEN

ICH studiere an der Universitat München. Mafilos ist mein Eifer, schweifende Neugierde treibt mich von Kolleg zu Kolleg. Vorlesungen über Staatsrecht böre ich mit der gleicben emsten Erwartung, wie die Vortrage Wölfflins über Dürer und Holbein. Immer ist mein Ohrgespannt, Paragraphen und Pandekten, Formen und Stile müssen ein Geheimnis bergen, ein Gesetz, einen Sinn. Das Besondere reizt meinen Himger nacb Wissen, das Allgemeine, das ich suche, bleibt mir verborgen.

Ich vergnüge mich im literaturgeschichtlichen Seminar des Professor Kutscher. InHauptmannsuniform, das Eiseme Kreuz auf der Brust, sich leicht auf den Krückstock stützend, steht er auf dem Katheder, schmuck und ein Freund der Modernen. Einmal in der Woche ladt Kutscher die Studenten in ein Gasthaus. Thomas Mann, Karl Henckell, Max Halbe lesen aus ihren Werken, Frank Wedekind singt im harten Stakkato seine herrlichen diabolischen Balladen. Nachher gehen wir stundenlang durch die nachtlichen StraBen, wir schleudern uns die Modeworte der Literaturkritik an den Kopf, wir verteidigen und verdammen Schriftsteller und Werke. Jeder hat die' Schublade voll mit Manuskripten, jeder traumt vom Ruhm, jeder halt sich für begnadet und auserwahlt.

Der Student WeiB spricht jedesmal von einem neuen Versband, er schreibe taglich zwölf Gedichte, manchmal auch f ünfzehn, die gereimten morgens, die freien

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