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Priestern wurde ihr Wissen in einer geheimen Wissenschaft gehegt, aber ein nach den Stoffen geordnetes und philosophisch gegliedertes Gesammtwissen, eine Wissenschaft für das ganze Volk auf offenem Markt, hatten sie nicht. Das Verdienst, die Wissenschaft als ein Ganzes organisirt zu haben, gebührt der griechischen Philosophie und vor allem dem grossen Stagiriten, dem Genie, der alles Ringen nach Wahrheit, welches die griechische Volksseele Jahrhunderte hindurch hegte und püegte, in sich concentrirte und als ein wissenschaftliches Ganze darstellte. Vor Aristoteles also keine Wissenschaft und nach ihm Jahrtausende hindurch nur aristotelische Wissenschaft. Betrachten wir somit die Philosophie als die alma mater aller Wissenschaft, wird man stets auf Aristoteles sein Auge richten mussen, ihm wurde dab er auch das ganze Mittelalter hindurch yon allen Gelehrten der Lorbeerkranz geflochten.

Einen Schatten auf die Glorie des Aristoteles, des genialen Organisators derGesammtwissenschaft bei denGriechen, wirft es aber, dass er mit seinem Lehrer Plato in einen heftigen Streit geriet und grade den Kern der Lehre Plato's die Ideenlehre einer heftigen und ungerechten Kritik unterwirft. Dem Satz Plato's: Die Idee, die Art d. h. das Allgemeine tragt die Wesenheit der Dinge an sich, steilte er den Satz gegenüber: Nur das Einzelne, das Individuum, berge in vollem Sinn die Usia, die Wesenheit, in sich, da ja das Allgemeine nichts Substantielles sei. Hierdurch wurden die Philosophen in zwei Lager geteilt und wie ein Schlachtruf erscholl das »Hie Plato und bie Aristoteles".

Beide Heroen unterscheiden sich schon in ihrer Grundanlage, da Aristoteles der Realist von dem wirklichen Einzelding zu dem Idealen aufsteigt und die Erfahrung

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