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setzen und so Gotteslehre und Weisheitslehre in Harmonie zu bringen.

Diese vier Puncte mögen genügen die grosse Tragweite der alexandrinischen Lehre d. h. des Plotinismus für die geistige Entwickelung darzustellen. Wenn die Geschichte der Philosophie den Plotin in ihrer Sage von der Versenking in das Ursein und der directen Anschauung aller Erliabenheit verherrlicht und seine Lehre von der Seele mit der Lehre von Heraklit, Epedokles, Pythagoras und Plato in Harmonie stellt; dann auch von der einst beschwingten Seele redet, die dem Zuge des Vaters in das Gebiet alles Schonen und Guten folgte und darauf in diese Welt des Stoffs niedersank, so ist das nicht zu viel gesagt1), denn Plotin bildet den Abschluss der platon. Schule vom Ideal

Dass aber diese Lehre weit hin durch Ost und West in Asien und Europa verbreitet wurde, dazu trag viel ein Pseudonym bei, welches dieselbe als dem grossen Stagiriten angehörig, ausgab, und als die Theologie des Aristoteles in alle damaligen Cultursprachen Syrisch, Arabisch und Lateinisch übertragen und so das ganze Mittelalter hindurch als liöchste

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Weisheit gelehrt wurde. Dies Werk enthalt nichts als Excerpte aus Plotius Enneaden IV—VI, erhielt aber als ein aristotelisches Werk grosses Ansehn und segelte somit die plotinische Lehre unter der Flagge des Aristoteles. Was war denn bei der Kritiklosigkeit des Mittelalters überhaupt unmöglich? Unter den Bewohnern des Kalifenreichs trat diese Theologie des Aristoteles auf und wurde somit dem Stagiriten auch die Ideenlehre zugeschrieben 2).

1) Vgl. Dieterici: Theologie des Arist. Leipzig 1883, pag. 8—14.

2) Vgl Theol. d. Arist, p. 44.

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