Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

des denkenden Geistes, der mühevoll aus den vielen Eigenschaften zu der Einheit vorschreitet, nicht; hiezu muss das ahnende Gemüt, jene Gesammtkraft im Menschen, die aus einem empfangenen Haupteindruck das Wesen des zu Erkennenden erfasst und in bildlicher Rede davon Kunde giebt, seine Kraft ausüben. Die Rede des Verstandes ist begrifflich, die Rede des Gemütes aber ist bildlich, wie Prosa und Poesie. Die Arbeit des Einen ist Synthese, die Arbeit des Andern besteht in der Analyse der in uns ruhenden Ideen. Das Gemüt empfindet, dass Gott ist, der Geist aber will wissen, wie er ist. Der Heros des Einen ist Aristoteles, der Heros des Andern bleibt Plato. Es halt der Weltgeist Üie Wage, ob die Schale des subjectiven Denkens, des Gemüts, oder aber die des objectiven Denkens, der logisch geschulte Geist, die andere Schale emporschnellt. Aber ganz schweigt die andere Partei nimmer. Wahrend die Scholastik in ihrer Armut an Kenntnissen, ihrer Wortklauberei und Illiberalitat eine geistige Öde schuf, und das Gemüt verarmte, strömten in der Mystik, die vielfach aus dem Sufismus des Ostens ihre Kraft schöpfte, immer neue Fluten hervor, urn die Gemüter immer von Neuem zu beleben, auf dass sie ihre Beziehung zum Urprincip festhielten und war das zumeist eine Folge der Plotinischen Emanationslehre.

Aristoteles kennt nur drei Seelen, die ernahrende in der Pflanze, die empfindende im Getier und die denkende im Mehschen; die arabische Philosophie des Alfarabi kennt noch eine vierte: die des Nuzüc, die des Triebes oder Hanges, welcher sowohl der sinnlich wahrnehmenden als der geistig vorstellenden und denkenden Seele nachfolgt, und zwar in der Weise, wie die Warme als eine Folge von der Substanz des Feuers hervortritt, also als das eigentliche Wesen.

Sluiten