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die meisten Kunstfertigkeiten solche, die nur zur Bedienung der Herrscherkunst geschafïen sind. So giebt es denn unter den Kunstfertigkeiten solche, mit denen man zu herrschen und zu dienen vermag, dann aber auch andre, mit denen man nur Dienst verrichten nimmer aber herrschen kann.

Ebenso ists unmöglich dass die Führerschaft (Regierung) des Musterstaats durch jedwede zufallige Kunstfertigkeit oder in jedwedem Reich statthaben kann. Denn wie der oberste Führer derselben einer Gattung angehört, die nimmer von Etwas von derselben Gattung beherrscht werden kann, so steht er darin ebenso da, wie das Oberste der Glieder, denn für dasselbe giebt es kein anderes Glied als Herrscher, und gilt dies auch für alle Obersten. Der oberste Herrscher für die Vorzugstadt muss eine Kunst besitzen, die durchaus nicht noch einern Anderm zu Dienst stehn kann und kann seine Kunst nimmer von einer andern beherrscht werden. Yielmehr ist seine Kunst eine solche, die in ihrem Endziel alle andre Kunst mit umschliesst, sodass der Musterstaat dieses Ziel in allen seinen Functionen erstebt.

Somit muss dieser Mensch (das Oberhaupt) ein solcher sein, dass ihn durchaus kein andrer beherrschen kann, vielmehr muss er ein Mensch sein, der die Vollkommenheit erreichte, und muss er sowohl actuell Intellect als actuell intelligibel sein. Seine Vorstellungskraft muss schon in der Aülage in der von uns beschriebenen Weise höchst vollkommen sein. Diese Kraft muss von Natur in ihm wohlbereitet vorliegen, damit er sowohl zur Zeit des Wachens als in der des Schlafens vom schaftenden Intellect die Teildinge erhalten kann, sei es sie selbst (direct) oder sei es im Gleichniss, dann aber auch die Intelligiblen im Gleichniss. —

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