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es Strukturen, die noch keine absoluten sind, und andere, die es waren, aber durch formelhafte Verwendung oder irgend eine andere Ursache ihren Satzwert verloren haben. Eine Definitiofi kann man nur geben für die ausgewachsenen Gebilde', bei den halbwüchsigen und den verkrüppelten Bildungen kann man nur sprechen von einem mehr oder weniger, ist auch für die angeschlossenen Strukturen zutreffend. In ahd. Satzen wie Otfr. V, 7,29 sie eigun mir ginomanan liabon druhtin minan; ib. I, 4,28 ist gibet thinaz fon druhtine gihörtaz hat das P. Prat. dadurch, dasz es zur Perfektumschreibung herangezogen wurde, seine Selbstandigkeit allmahlich ganz eingebüszt, wahrend es von der Tonführung abhangt, ob jetzt in Er hat eine Kiste mit Dukaten gefüllt eine Partizipialbestimmung vorliegt oder nicht. Das ndl. Part. voornoemd: z. B. de burgemeester voornoemd, das sich im spatern Mittelalter aus einem Relativsatz gebildet hatte (siehe weiter unten), hat durch den allzuhaufigen formelhaften Gebrauch jeden Satzwert verloren. Über die dem Trager (Nomen oder Pron.) enklitisch vorangestellten attributiven Partizipien laszt sich streiten. Wundt, Völkerpsychologie II, 2, S. 330 will in dem Satze Ein redlich denkender Mensch verschmaht die Tauschung dartun, dasz die dem Hauptpradikatsverhaltnis untergeordneten Glieder selbst wieder die pradizierende Funktion in verdichteter Form enthalten, und bedient sich zur dualen Gliederung derselben, was H. Annema, a. a. O. S. 8, und m. E. mit Recht, beanstandet, grammatischer Veranderungen: der Subjektskomplex der redlich denkende Mensch wird nun durch die Anwendung eines Verb. fin. in die pradizierende Form hinübergeführt: a. der Mensch denkt redlich; b. Redlich(es) wird gedoxht.

Abgesehen noch davon, dasz bei Verben, die keine auf ein Objekt gerichtete Tatigkeit ausdrücken, die Verwandlung ins Passiv immer etwas Miszliches ist,1) fragt es sich, ob bei einem durch Anlehnung an das folgende Substantiv (das durchgehends der Tontrager ist!) paralysierte Verbaladjektiv eine derartige Zergliederung erlaubt sei. Betrachtet man den Satz als eine allgemeine Aussage — und das ist vom Standpunkte der Völkerpsychologie, die ja das persönliche Er lebnis des Sprechenden nicht genügend

1) Vgl. die Verben passen und kleuren in Satzen wie: die blouse past niet bij je rok; die das kleurt niet bij je costuum.

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