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niemand d i e door den Geest Gods spreekt. Übrigens ist der verbale Gehalt von loquens auch sehr grosz; im Ndl., und mehr noch im D., drückt das attributive Prasenspartizip gewöhnlich eine Eigenschaft, eine Fahigkeit oder einen dauernd e n Zustand aus.

Erst gegen Ende des 17. Jhts. scheint sich in ihrem Gebrauch ein allmahlicher Umschwung zu vollziehen. De Batavische Arcadia, J. van Heemskerks Schaferroman (Amst. 1647) enthalt weit mehr pradikativ e als attributive Strukturen. Zwar fehlen hier die zweiten Mittelwortfügungen wie g h el e ghe n, ghebeelt, gheb o or t, ghe zier t, ghekleedt, ghepoeyert u. dgl. nicht, aber die mit dem P. Pras. sind viel seltener und bis auf einige Ausnahmen pradikativ. Viele derselben kommen am Anfang des Satzes vor, eine Erscheinung, welche auch bei deutschen Schriftstellern aus dem 17. Jht. auftritt, (s. unten S. 109). Bei Heemskerk ist sie ohne Zweifel mit auf den Einflusz der französischen Schaferromane zurückzuführen. Besser als der Inhalt: eine Geschichte unsres Vaterlands, von Schafern und Schaferinnen auf einer gemeinschaftlichen Vergnügungsfahrt ,,onder 't soet van minne-praetjes en minne-malligheydtjes" erzahlt, nimmt sich die Sprache dieses Schriftstellers aus. Man fühlt, dasz Heemskerk nicht mehr so stark unter dem Banne der Renaissance steht. Das Klischeeartige, das die Sprache der frühern Prosaisten kennzeichnete, ist hier zum Teil verschwunden. Der erste, welcher die Schriftsprache der gebildeten Umgangssprache anpaszte x), war Justus van Effen. Dessen Essays führen uns in die Wohnraume der biedern Bürger, mit denen er sich über moralische, wirtschaftliche oder Modefragen unterhalt. Ein lebenswahrer, schon etwas realistischer Zug geht durch seine Schriften. Dasz der Plauderton der Unterhaltungen sich mit dem Gebrauch der Partizipialkonstruktionen nicht vertragt, leuchtet ohne weiteres ein. In der Wochenschrift De Hollandsche Spektator (Amsterdam 1731—1735) sind sie verhaltnismaszig selten. Keinen einzigen Beleg enthalt der Brief über Ongekunsteld

1) Besonders in seinen Briefen. Aber auch sonst vennied er „lang uitgerekte periodens en lange tusschenzinnen, die by zommige onzer schryveren als nestendoosjes weer andere tusschenzinnen in zich sluiten." Vgl. J. te Winkel, a.a.O., III, S. 380.

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