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nung des Druckes kommen (über Nachlassigkeit der Druckereien klagten damals viele, besonders Luther!), zum Teil auf die ungenügende Kenntnis des Latein zurückzuführen sind. Die meisten Fehler sind aber, wie die Untersuchungen Walthers (Die deutsche Bibelübersetzung des Mittelalters, Braunschweig, 1889—92), D. Müllers und namentlich Brodführers (s. oben S. 12) gezeigt haben, durch Verlesen entstanden, z. B. Vulgata, Röm. 7.21 invenio igitur legem, volen t i mihi facere bonum, quoniam mihi malum adiacet (Stb. richtig: al s ik het goede wil doen - I ein ee die mir wil wol tun. De Ubersetzer musz wohl volen tem gelesen haben, vgl. Brodf. a. a. O. S. 24. Angesichts dieser Irrtümer und Mangel dürfte es überflüssig sein* diese Schriften einzeln zu untersuchen, und können wir uns darauf beschranken, die Belege aus Luthers Bibelübersetzung des N. T. mit den vorlutherischen zu vergleichen. Bevor wir uns aber dem anerkannten Förderer der sich entwickelnden nhd. Schriftsprache zuwenden, musz, um ein allgemein verbreitetes Misz ver standnis zu beseitigen, noch einmal hervorgehoben werden, dasz wir in dem Bearbeiter der 4. Bibel einen in jeder Hinsicht befahigten Vorganger Luthers zu erblicken haben; Brodführer weist in seiner Untersuchung zur vorlutherischen Bibelübersetzung wiederholt darauf hin, wie gründlich und feinsinnig er viele mangelhaften Stellen der ersten Bearbeitung berichtigt hat;

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