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lander, durch französischen Beistand gestdrkt, hatten sich unterdessen ihrer spanischen Tyrannen gleichfalls ontledigt (N). Auszer diesen Belegen gibt es noch eine nicht ganz selbstandige Fügung: 24.27 Dieser Religionstriede also.... war ein Werk der Not und der Gewalt, nicht vom Gesetz der Gerechtigkeit dik tiert (N).

Die Seltenheit der Mittelwortfügungen in Fr. vonHardenbergs (Novalis') Heinrich von Ofterdingen (Hesse & Bekker, Leipzig, Bnd II) entspricht ganz dem Stil und der Gattung dieses ins Traum- und Marchenhafte sich verlierenden Werkes. Langere, in altertümelnd - schlichter Weise fortlaufende Perioden wechseln mit ganz kurzen Satzen von moderner Knappheit ab. Ein paarmal werden ganze Teile in kurzen Hauptsatzen weitergeführt, z. B. die Mathilde-episode S. 80-89. Auch der Umstand, dasz das Meiste in der direkten Rede berichtet wird, ist dem Gebrauch der Partizipialbestimmungen nicht förderlich. Rein attributiv ist nur die adjektivische Fügung 50 wie Koloniën des Paradieses, v o 11 frischer Quellen, die über dichten (sol) Rasen und funkelnde Steine durch alte, ehrwürdige Haine rieselten, voll bunter Vogel mit melodischen Kehlen, und anziehend durch mannigfaltige Uberbleibsel ehemaliger denkwürdiger Zeiten.

Goethes Altersprosa.

Wahrend Goethe für seine Jugendlyrik das Mittelwort — und namentlich das erste — mit groszer Vorliebe anwendet, weil es sich vorzugsweise dazu eignet, das unaufhörliche Schaffen der ewig-tatigen Natur, der in stetigem Werden begriffenen Welt und das Berauschende des neuen kosmischen Gefühls zum Ausdruck zu bringen '), vermeidet er sie in seiner Prosa aus dieser Zeit. Dasz ihn der warnende Finger Gottscheds von dem Gebrauch derselben zurückgehalten hatte, ist wohl kaum anzunehmen. Dem jungen Dichter war die Grammatik mit ihren strengen

1) Vgl. Gundolfs Goethebiographie S. 103 ff. und O. Walzel, Neophilologus IV, 132.

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