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gemacht, dass eine Verringerung der Warmeaustrahlung der Sonne z B infolge starkerer Sonnenfleckenbildung oder der Durchgang unseres^ Sonnensystems durch einen kalteren Teil des Weltraumes oder durch eine Nebelmasse (Orionnebel) eine allgemeine Temperaturabnahme hervorrufen könnten. Doch fehlen für eine solche alle Anzeichen. Es hat im Gegenteile den Anschein, dass die alteren Vereisungen sehr lokale Erscheinungen gewesen sind, wie uns die fortbestehenden reichen Floren zeigen. Auch eine Aenderung der Lage der Erdachse zur Ebene der Erdbahn oder dieser selbst im Weltraume ist durch nichts zu beweisen und würde auch gar nicht die erwarteten Folgen haben.

Auch einer Aenderung des Kohlensauregehaltes der Luft hat man eine ursachliche Bedeutung zugeschrieben. da durch sie die Insolation und auch die Ausstrahlung der Warme beeinflusst würden. Wir wissen aber noch nichts sicheres darüber, wie diese beiden Erscheinungen miteinander verknüpft sind und die Vermehrung und Verminderung der Kohlensaurezufuhr bei Eruptionen wird mehr minder willkürhch angenommen und steht zuweilen gar nicht mit der bekannten Grosse der vulkanischen Erscheinungen im Einklange.

Im Gegensatze zu allen diesen Theorien bieten uns die Schwankungen der Kontinentalschollen ungezwungen tatsachhche Vorgange dar, mit denen wir zu den verschiedensten Zeiten der Erdgeschichte rechnen können. Die Hebung eines Landstriches um 200 m bewirkt eine Verminderung der mittleren Jahrestemperatur um 1 0 C. Wir wissen, dass deren Sinken um nur 2—3° zur ErklSrung der diluvialen Eiszeit genügt. Das bedeutet aber nur eine Hebung des Landes um etwa 600 m. die ebensowenig wie eine solche von 1000 m und darüber gegenüber dem Erdhalbmesser von fast 6400 km ins Gewicht fallt. Wir wissen, dass in der Quartarzeit die Zentren Kanada und Skandinavien gehoben waren und dass zum Schlusse der Vereisungsperioden und noch nachher das Land mehrere hundert Meter tief unter den Spiegel des Meeres sank, wovon hochgelegene Strandlinien Zeugnis geben. Es ist also sehr wahrscheinhch, dass diese Senkung die Ursache des Abschmelzens des Inlandeises gewesen ist. Ebenso auffallig ist die Transgression des Meeres nach der permischen Eiszeit

Die wohl mehr minder einseitige Hebung kontinentaler Schollen erklart auch die Neigung der Erdoberflache, die wir für eine einseitig gerichtete Bewegung des Eises auf Hunderte oder sogar 1000 km für erforderlich halten.

Wahrend der diluvialen Vereisung sehen wir in den Tropen und im

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