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auch an der Passlücke nicht verwischt waren. Alemannisches und bajuvarisches Sprachgebiet grenzen hier ebenso aneinander wie verschiedenartige Siedlungsfonnen. Auch die moderne Entwicklung hat diese Unterschiede zwischen den Talschaften hüben und drüben keineswegs beseitigt, ganz zu schweigen von den starken physiogeographischen Verschiedenheiten. Eigenthch weicht nur die geologisch-morphologische Grenze zwischen Kalkund Kristallinalpen starker von dem Bündel der übrigen ab. die über den Arlberg ziehen; ware dies nicht der Fall, so würde dieser geradezu als Chorengrenze funktionieren.*)

II.

Die Frage, warum gerade hier eine verhaltnismassig so tiefe Kerbe in die Inn-Rheinwasserscheide eingesenkt ist. heisst nicht nur das Problem der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Passes selbst aufrollen, sondern zielt — wie immer in solchen Pallen — zugleich auf die Auffassung der Talgeschichte des ganzen Gebietes überhaupt. Dabei steht man sofort vor jener kaum noch entwirrten Reihe von Schwierigkeiten. die jedem Geomorphologen hinlanglich bekannt sind. Auch die folgenden Ausführungen können vorderhand nicht mehr tun, als neue Beobachtungen bringen und gewisse Vermutungen daran knüpfen.

Seiner Form nach ist der Arlbergpass ein Joch- oder Wallpass, d. h. er schaltet eine langere, mehr oder weniger flache Passhöhe zwischen zwei steile Anstiege ein; in diesem Sinne kann er auch als ein zweiseitiger Stufenpass bezeichnet werden (11). In einer Strecke von etwa 5 km halt sich namlich die Passhöhe zwischen 1700 und 1800 m; aber dann senkt sie sich, und zwar mehrstufig im W gegen das Klostertal bei Stuben (nur mehr 1400 m hoch!), im O gegen das ungefahr ebenso hoch gelegene Ferwalltal oberhalb St. Anton. Die Hange der Stufen sind von ihrem Fusse her in Zerschneidung begriffen, so dass von der alten, einst zusammenhangenden Passtalung heute nur mehr Terrassenreste zeugen.

*) Ueber den Begriff der Choren u.s.w. vgL (14).

*) Gfenauer lasst sich folgendes sagen: Nach SSO zieht von der Passhöhe eine ITn ^ ' ^t" ?ta?he herab' mit einem Gefiüle von 50-60 Auch das Kalte TT m) faUt ™ dleses Niveau. Unter diesem senkt sich ein schönes Eek von

etwa 1640 m gegen O allmahlich auf 1620 m ab. Ein drittee Niveau bietet sich in ungr 1450—1500 m; darunter folgt die Leiste mit dem Stadie in ungf. 1380 m Uie Kosannaschlucht ist noch weitere 80 m tiefer eingeschnitten. Nach NW hm. gegen hat sich ein Rinnsal scharfer eingenagt; zwischen 1680 und 1720 m folgt auch hier eme Gefallesteile am oberen Ende einer Enge, darunter die Weitung

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