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sagen den Rücken kehren, d.h. die Stallseite, der Wohnteil schaut also meistens nach Osten. In St. Anton stehen übrigens manche der alten Hauser eigentümhch schrag zur alten Strasse, sei es infolge ursprünghcher Flurverteilung, sei es, um nicht die ganze Schneelast einer Dachhalfte aufzubürden. Gewöhnhch waren die Wohnteile der alten Hauser, wenigstens deren Erdgeschoss, aus Stein (noch sieht man vereinzelt gewöflrte Küchen, ein romanischer Anklang), der Wirtschaftsteil aus Holz. Die Schennen sind meistens „Nolpenstadel", d. h. die Bohlen der Langs- und Schmalseiten liegen abwechselnd so übereinander, dass die Luft frei durchstreifen und das Heu besser trocknen kann. Eine ganze Menge solcher kleiner Stadel über die Mahder hin verstreut, ist ein bezeichnender Zug vieler Landschaftsbilder der Arlberg furche.

Viel enger stehen die Hauser in Stuben, eins knapp neben das andere gebaut, mit ganz wenigen Ausnahmen die Firste parallel zur Strasse gestellt, dabei aber von recht verschiedenem, im allgemeinem mehr von westhchem Typus. Auch in Langen unten. wo sich zwischen die schwarzbraun verwitterten Holzhauser von Oberlangen auf dem Hang und von Unterlangen auf oder nahe der Talsohle der Bahnhof Langen (ahnlich wie der von St Anton auf einer künstlichen Aufschüttungsterrasse — dem Ausbruch des Westflügels des Arlbergtunnels*)) einschaltet. drangen sich die einzelnen Hauser dichter aneinander, wohl deshalb. damit man sich im Falie der Not, z. B. in besonders schneereichen Wintern oder auch gegen Gesindel, gegenseitig leichter beistehen konnte. Es fehlen ja auch sonst die Strasse entlang Einzelgehöfte fast vollstandig; das alte, feste Wegmacherhaus „Rauz" mit seinem wuchtigen pyramidenförmigen Walmdach oder das ,,Waldhauser'-Wirtshaus unter dem „Kalten Eek" sind Ausnahmen. Entweder vereinigten sich die Ansiedler zu einem Dorfe (Strassenort) oder Weiier, vorzüglich auf Schuttkegeln oder Terrassen, oder aber man hess sich wenigstens in Rufweite von einander nieder, so zieht eine ganze Kette von Siedlungen, jede bloss aus einigen Gehöften bestehend, von St Anton bis Pettneu abwarts.

VI.

Vom altesten Verkehr über den Arlberg wissen wir so gut wie nichts'). Schon viele Hunderte von Wanderern mochten ihn aber bereits unter

i) In der Station Langen wurden 180000, in der Station St Anton 154000 m»

angeschüttet.

*) Einige ganz neue Tatsachen vgl. im Nachtrag 2. 298

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