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Friedrichs mit der deutschböhmischen zusammenhangt, welche, wie oben gesagt, „noch nicht genügend geklart" ist, hofft er durch eine Untersuchung des Kanzleipersonals einiges Licht zu verbreiten.

Seit dem Auftreten einer regelmaBigeren Sprache in der Kanzlei Karis IV. lassen sich in der Entwicklung der kaiserlichen Kanzleisprache zwei Perioden unterscheiden:

lo. die Periode der Luxemburger Kaiser bis an den Tod Sigismunds (1437), in der die Sprache einen mehr mitteldeutschen Charakter hat,

2o. die Periode der Habsburger seit 1440, die Zeit Friedrichs III. und Maximilians I., deren Kanzleisprachen einen mehr oberdeutschen Charakter zeigen. (Von der kurzen Regierungszeit Kaiser Albrechts wird hier abgesehen). Anknüpfend an diese Einteilung lassen sich zwei Fragen stellen:

lo Hat die Kanzleisprache der Luxemburger einen so bedeutenden EinfluB auf die fürstlichen, stadtischen und sonstigen Kanzleien, auch auf die nachfolgende Kanzlei der Habsburger ausgeübt, daB sie als die Orundlage der neuhochdeutschen Schriftsprache angenommen werden muB?

2o. Bildeten die Kanzleisprachen Friedrichs III. und Maximilians eine solche Autoritat in sprachlicher Hinsicht, daB sie umgestaltend auf die übrigen Kanzleisprachen gewirkt haben müssen?

Die erste Frage ist von den Forschern in sehr verschiedener Weise beantwortet worden. Einer halt den EinfluB für bedeutend, der andre leugnet ihn.

Einverstanden mit Wülcker erktërt sich noch die dritte Auflage von Müllenhoffs und Scherers „Denkmaler deutscher Poesie und Prosa" (1892). Auch sie sieht in der Sprache der böhmischen Kanzlei die Orundlage für die neuhochdeutsche Schriftsprache: „Nicht nur, daB durch den EinfluB der böhmischen Kanzlei- und Hofsprache die neuen Diphtonge ei, eu, au, das Hauptcharakteristikum der nhd. Schriftsprache, sich urn die Wende des XIV. Jhts. nach Schlesien, der Oberlausitz, dem Vogtlande und nach MeiBen verbreiteten, sie wurde auch das wichtigste Kriterium einer sich im XV. Jht. entwickelnden Reichssprache; die Ursache

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