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Vorgang bewirkten einheitlichen Sprache nichts zu bemerken."

Auch nach Virgil Moser (Hist. Oramm. Einführung in die Frühneuhochdeutschen Schriftdialekte 1909 S. 16) „ist ein tieferer EinfluB der Böhmischen auf die übrigen Kanzleien nicht erwiesen". Und noch 1913 erklart Franke (OrundzGge der Schriftsprache Luthers I S. 23) i „Doch ist weder eine sprachliche Beeinflussung der gleichzeitigen andern Kanzleien noch der nachfolgenden Kaiser wissenschaftlich erwiesen. Auch von der böhmischen Kanzlei der Luxemburger wird dies noch bestritten".

Was den EinfluB der Luxemburger Kanzleisprache auf die der Habsburger betrifft, auch in dieser Hinsicht sind die meisten Forscher andrer Meinung als Wülcker und Müllenhoff. Schon Karl v. Bahder erklart 1890 a. a. O. S. 3: „Diese dem Neuhochdeutschen sehr nahe stehende Sprache (Karls IV.) hatte wenigstens in der kaiserlichen Kanzlei keine unmittelbare Fortsetzung". Er spricht sogar von einer „groBen Kluft", welche die Kanzlei Friedrichs III. von der früheren Prager Kanzleisprache trennt: „Doch kann vielleicht in einigen Punkten eine Anpassung an diese zugegeben werden". Auch Ehrismann (Oött. Gel. Anz. 1907 S. 917) leugnet in seiner Kritik auf Gutjahrs „Urkunden deutscher Sprache in der Kanzlei Karls IV." den Zusammenhang dieser Kanzleisprache mit den spateren Kanzleien und der nhd. Schriftsprache : „Man kann nicht mit dem Verfasser sagen (S. 399 ff.), daB in dem Kanzleistil Karls mit seiner strengen Ordnung und Regel für alle deutschen Kanzleien ein sprachliches Ideal errichtet worden sei und gar, daB die deutschen Kanzleien von Eyke an bis heute der „sechsischen" Kanzlei als einem Ideal nacheiferten".

Outjahr selbst dagegen (Die Anfange der nhd. Schriftsprache S. 213) erklart: „Ihr Erbe (nl. die Sprache der Beamten) der Kanzlei Karls IV. tritt nach dem Aussterben der Luxemburger ohne Schwierigkeit die österreichische Kanzlei an."

Und Moser sagt wieder: (Hist. gramm. Einführung in die frühneuhochdeutschen Schriftdialekte S. 16) „Es kann nur von einem vollstandigen Untergang jener böhmischen Sprache in der kaiserlichen Kanzlei die Rede sein."

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