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1440 an zu. Ich möchte nicht so rasch Stellung nehmen, sehe jedoch zunïchst noch keinen Orund über die Habsburger zurückzugehen. Jedenfalls aber ist der EinfluB dieser Kanzleisprache auf die Schreibung unsrer Mundart im 15 Jht. ein ganz bedeutender". Derselben Ansicht ist Wïlly Scheel: (Jaspar van Gennep und die Entwicklung der nhd. Schriftsprache in Köln, Westdeutsche Ztschr. für Gesch. und Kunst 1893 S. 1 und 2): „Seit Müllenhoff sind wir gewöhnt, die Grundlagen unsres nhd. Vokalsystems und damit den Ausgangspunkt der gemeinschaftlichen Bewegung in der böhmisch-luxemburgischen Kanzlei zu sehen. Wie weit diese Auffassung richtig ist, soll hier nicht untersucht werden; jedenfalls ist die Sprache der kaiserlichen und der von ihr beeinfluBten fürstlichen Kanzleien die wichtigste Fördererin der Einigung vor Luther, und ihre Rolle bleibt bedeutungsvoll bis ins 17. Jht. hinein. In der zweiten Halfte des 15. Jhts. gewinnt der machtig aufstrebende Buchdruck zumal in einer Reihe süddeutscher Centren hohe Bedeutung für das Einigungswerk. Aber schon ehe der Druck deutscher Bücher einen Umfang gewann, der ihm einen EinfluB auf den Gang der Entwicklung sicherte, hatte sich in denjenigen Stadten, welche einen lebhaften Urkundenverkehr mit dem Reich und ins Reich hinaus unterhielten, eine lokale Schriftsprache herausgebildet, die wesentliche Züge der kaiserlichen Kanzleisprache aufnahm ; so ist unter dem EinfluB der örtlichen Kanzleisprache in Augsburg, Nürnberg, StraBburg, Mainz und Leipzig die Druckersprache geregelt

worden". ..

Behaghel nimmt einen EinfluB auf die Sprache der kursSchsischen Kanzlei an. Er stimmt in dieser Hinsicht Wülcker bei: Besonders wichtig ist, daB seit der zweiten Halfte des 15. Jhts. die kursachsische Kanzlei sich mit Entschiedenheit an die kaiserliche annaherte, teiis durch unmittelbare Herübernahme ihrer Eigentümlichkeiten, teils dadurch, daB die lautliche Entwicklung des Mitteldeutschen selbst dem Lautstand der kaiserlichen Kanzlei in einzelnen Punkten zustrebte und man diesen jüngeren Eigentümlichkeiten in der Urkundensprache nachgab, rascher und vollstandiger als es ohne dies geschehen ware". Franke (Orund.

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