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züge S. 24) halt die Wirkung für nicht gering: „DaB Luther anscheinend von den Einigungsbestrebungen vor Maximilian nichts wuBte, beweist von wie geringer Wirkung sie waren, abgesehen von denen Friedrichs III.. Offenbar setzt er dessen Verdienste mit auf das Konto Maximilians, was um so begreifJicher ist, als dieser als Mitregent seines Vaters wohl wahrend •dessen letzter Regierungsjahre die sprachiichen Reform- und Einigungsbestrebungen mehr als der Kaiser selbst sich angelegen sein lieB". Und S. 25: „Doch das hohe Lob, das Maximilian sein Kanzier Ziegler wegen der Sprachreformen spendete, sowie jenes und seiner Beamten sprachreinigende Tatigkeit lieBen wohl seines Vaters Verdienste vergessen". S. 26: „Nach WQlcker erfolgte der AnschluB der kursachsischen, der natürlichen Fortsetzerin der meiBnisch-thüringischen Kanzlei, an die kaiserliche zwischen 1464—84, also spatestens zwei Jahre vor Friedrichs des Weisen Regierungsantritt, aber immerhin vielleicht erst bei dessen Lebzeiten (er ist 1463 geboren), so daB dieser vielleicht schon als Kurprinz sich für das Einigungswerk (!) interessierte (!) und es als Kurfürst weiterführte. Nachdem die Überlieferung einmal für Kfliser Maximilian eingesetzt hatte, muBte sie auch dessen bedeutenden Zeitgenossen Kurfürst Friedrich den Weisen für den unbedeutenderen Ernst aufnehmen. Vielleicht ist eine zweite Verwechslung die des Kaisers und des Kurfürsten Friedrichs infolge des gleichen Namens dazu gekommen". Worin «las Einigungswerk besteht, für welches sich der junge Friedrich „interessierte", erzahlt freilich Franke nicht.

Nach Paul (Vgl. Deutsche Grammatik S. 121) dagegen hat eine Einwirkung der kaiserlichen Kanzlei unter den Habsburgern im Mittelalter nur „in beschranktem MaBe" stattgefunden. Auch der EinfluB der kaiserlichen Kanzlei auf die Kanzleien der Albertiner und Ernestiner seit der Mitte des 15. Jhts. ist noch fraglich. Ob zu demBestreben, gewisse mundartliche Eigenheiten zu vermeiden, „den AnlaB die kaiserliche Kanzlei gegeben hat", bleibt zweifelhaft. Auch Kluge halt den EinfluB der Kanzlei Friedrichs für gering (von Luther bis Lessing 1918 S. 30): „Zumal unter Maximilian gewinnt die Sprache der kaiserlichen Kanzlei, der das

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