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KAPITEL II.

Die Kanzleisprache Kaiser Sigmunds.

Wie schon gesagt, zeigt die Sprache Sigmunds wieder massenhaft die alten Langen i, u und ü für mhd. iu ; vgl. Moser a.a.O. S. 14: „Unter Sigmund ist die Sprache im ganzen dieselbe geblieben, wie sie schon in der Kanzlei seines Vaters und Bruders übiich gewesen war. Indes muB es auffallen, daB hier nochmals die alten t, ü haufiger als unter diesen beiden auftreten." Nach allem, was wir im vorigen Kapital über das Kanzleipersonal Sigmunds sagten, wird diese Erscheinung keine Verwunderung erregen. DaB in der Tat diese alten Langen in der Heimat des Personals ihre Erklarung finden, beweist auch die Kanzlei Friedrichs III. in den vierziger Jahren, als noch die meisten Notare aus Sigmunds Zeit in ihr tatig sind. Eben zu dieser Zeit erscheinen gerade sehr haufig / und ü.

Noch auf andre Weise zeigt sich, daB der Heimatdialekt EinfluB gehabt haben muB. Aus der Kanzlei Sigmunds sehen wir dann und wann Urkunden in einer von der der kaiserlichen Kanzlei ganz abweichenden Sprache ausgehen; vgl. z. B. Janssen, Frankfurts Reichskorrespondenz I Nr. 745. Hier finden wir ein Schreiben des Kaisers an den Rat zu Frankfurt über seine Streitigkeiten mit dem Herzog Philipp von Burgund, worin die Stadt aufgefordert wird demselben als einem Reichsfeinde, Fehde anzukündigen. Es ist nach dem Original abgedruckt worden und der Inhalt verbietet, es als ein von der Partei eingereichtes Schreiben zu betrachten. Es hat folgende Sprache:

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