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6373: „Am 13. Aug. 1425 wurde der Kleriker der Mainzer Diözese Heinrich Leubing aus Nordhausen zum öffentlichen Notar ernannt." 1442 ist er Propst der St. Martinskirche in Heiligenstadt (Chmel R. 447); 1444 „ward Hainrich Lewbing pfarrer zu sant Sebolt Nürmberg" (Jahrbücher des 15. Jhts., Chron. X S. 164); 1454 jedoch kommt er schon vor als Bevollmachtigter Friedrichs von Sachsen für einen Breslauer Tag (F. R. A. II, 44. Nov. 22) und 1455 (Augsb. Chron. V S. 416) wird unter den Raten der Herzöge von Sachsen genannt: „maister Hans Löbing, pfarrer zu S. Sebold zu Nurmberg." Die Rechte auf die Vorteile dieses Amtes scheint er jedoch, trotzdem er in sechsischen Diensten war, nicht so bald aufgegeben zu haben. In den jahrbüchern des 15. Jhts. (Chron. X S. 289) lese ich wenigstens, daB sein Nachfolger Johann Lochner, „lerer in beden rechten," „der 1465 jar auf die pfarr zu sant Sebolt kom," bereits im Herbste des Jahres 1461 den Versuch gemacht hatte, mit Hülfe des Papstes und unter dem Beistand des Rates, Heinrich Leubing aus seiner Stelle zu verdringen.

Ob Leubing EinfluB auf die Sprache der Kanzlei gehabt hat, bezweifle ich. Dazu war er zu wenig ein Mann von der Feder. Er war ein sehr rühriger Diplomat. Bereits im Wahldekret Kaiser Albrechts (Altmann, Die Wahl Albrechts II. S. 101) fungiert er als Zeuge. Auch als papstlicher Protonotar erscheint er; vgl. F. R. A. II 42 S. 230: „pater dominus Heinricus Leubing, legum doctor, in decretis licentiatus et apostolica sedis prothonotarius." Schon 1449 wird von ihm als von dem pSpstlichen Protonotar gesprochen (Nürnb. Chron. II S. 363). Lange ist er also nicht in der Kanzlei tatig gewesen.

Ein eigenhandiges Schreiben von ihm als sachsischer Oesandter aus dem Jahre 1455 (F. R. A. II 42 S. 171) zeigt jedoch, wie er, nachdem er schon seit Jahren die römische Kanzlei verlassen, noch unter dem EinfluB des südlichen Schriftdialekts steht. Bei ihm, dem Thüringer, begegnen Formen wie chum, erchlert, gutlichait, also mit der bayerischen Affrikata; Partizipia wie in hangundem recht, ein reytunder pot; anlautendes p statt b viel haüfiger als in der kaiserl. Kanzlei: pegegent, peswern, pewegen,

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