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ge nicht kermt, wenigstens nicht schreibt. Mhd. uo, ue ist kaum ■anzutreffen.

Ich fand es ein paar Male in dem Ausdruck „ze faessen" (S. 9-S. 13). Sonst herrscht u. z. B.:

1454 : S 3—S 5: hut, gut, zu. fusvolkch.

S. 5—S. 9: padstube, tun, gerufft.

1463 : S. 377—S. 382 i gutlich, gesucht, guter.

In dieser Hinsicht zeigt also der Wiener Schriftdialekt mitteldeutsche Züge. Er stimmt hierin teilweise mit den Kanzleien der österreichischen Herzöge Albrecht VI. und Sigmund überein; vgl. Albrecht VI. (F. R. A. II 2):

1447 : Nr. 2: gut, guter.

1451: Nr. 7 : bruder, stul, gut.

1455 : Nr. 9: vnfug, zusehen, zu, tun, bruder, rufft. Sigmund von Tirol:

1458: Nr. 5: tun, gut, darczu,

aber: küchenmaister, barkgut.

1460: Nr. 6: fugt, gutt.

Nr. 8: bruder, gepruder, gnt.

Auch sonst zeigen sich mitteldeutsche Züge; vgl. u. a. die .Form halden, die von S. 3—S. 8 oft begegnet. Auch den Kanzleien der österreichischen Herzöge ist diese Form nicht ganz unbekannt; vgl.

Sigmund von Österreich (F. R. A. II 2.):

1471 : Nr. 18: behalden, halden, gehalden. 1460: Nr. 6: halten neben halden.

Die gewöhnliche Form im Copeybuch wie in den Kanzleien der österreichischen Herzöge ist aber: halten.

Das t nach n, das in den südöstérreichischen Schriftdialekten dann und wann begegnet, kommt hier nur sehr vereinzelt vor:

Copeybuch S. 3—S. 5 j hinter, pinten, peystentig.

Kch begegnet nicht so oft wie in den südöstérreichischen Schriftsprachen. Kam die Affrikata dort im Anlaut weniger haufig vor als im In- und Auslaut, hier kommt sie anlautend kaum vor. Nur ein paar Male lese ich: chnecht, khain; k ist Regel im Anlaut. Inlautend und auslautend kommt 1454 kch regelmaBig vor:

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