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KAPITEL V.

Gleichzeitige Kanzleisprachen und Schriftdialekte.

Nachdem ich im vorigen Kapitel eine Beschreibung der Kanzleisprache Friedrichs III. gegeben, könnte ich jetzt zur Behandlung der Frage nach dem EinfluB dieser Sprache auf die der andern, speziell die der süd- und mitteldeutschen Kanzleien, übergehen. Vorher ist es aber noch nötig auch von diesen Sprachen eine kurze Charakterisierung zu geben, besonders von den Teilen der Laut -und Flexionslehre, die einen EinfluB der kaiserlichen Kanzleisprache harten erfahren können. Von dieser Beschreibung müssen die Kanzleisprachen aus den nördlichen und westlichen ï-Gebieten ausgeschlossen werden. Diese richten sich schriftsprachlich erst im 16. Jht. und spater nach dem Süden. Von den Kanzleisprachen der ei-Gebiete kommen die österreichischen für meine Untersuchung nicht in Betracht. Die Unterschiede mit der kaiserlichen Sprache sind verhaltnismaBig gering und es handelt sich vor allem um den EinfluB auf die deutschen Kanzleisprachen, die am meisten zur Entstehung der nhd. Schriftsprache beigetragen haben.

Ich muBte infolgedessen die Kanzleisprachen der beiden stadtischen Kulturzentren aus Süddeutschland, Nürnberg und Augsburg, wichtig auch inbezug auf die Druckersprachen, und die Kanzleien der bedeutendsten süd- und mitteldeutschen Staaten zur Vergleichung heranziehen: Böhmen, soweit es deutsch urkundet, Brandenburg, das seit der Regierung der Zollern die Ansbacher Sprache in der Kanzlei anwendet, Bayern und Sachsen

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