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hen, beschehen; nach 1507 oft: geschechen, das nach 1512 zunimmt; vgl. auch weichnachten. Immer: zehen. Bis 1473 : slaken, entphaen; nach 1473: slaken, entphahen, schlahen, ratslahen, ratslagen.

Bayern. In Bayern dagegen fand ich die Formen mit h schon viel früher: Freiheltsbriefe Nr. 704 (1427): beschehen, geschehen; Nr. 647 (1416): slaken.

Augshurg. Die Formen mit h sind hier die gewöhnlichen: beschehen, geschehen. Nach v. Bahder (Grundlagen S. 18) steht in der stadtischen Kanzlei zwischen Vokalen neben h auch ch (sechen). In Drucken (vgl. S. 19) wird ch in sechen wieder durch h ersetzt. ch kommt noch vor in Zainers Bibel. Zuletzt fand v. Bahder es in Zeissenmayers Psalter 1495 und Othmars Thauler 1508. Ich fand ch noch 1501 im „Formulari und teutsch rethorica Augspurg Froschauer 1501" (vgl. Müller, Quellenschriften S. 365): dreyzechentausent, aber Lehenbrieff. Auch bei Niklas von Wyle, Translationen 251b las ich: achtzechen, beschechen, sechen, ir sechent, angesechen.

Steken, gehen. Böhmen.

Kanzlei Oeorgs von Podiebrad. Die Formen mit h kommen vereinzelt vor neben steen, geen. In Eger fand ich nur: versteen, abgeen, ansten. Sachsen.

Wilhelm von Thüringen: steken, versteken, stehin, gehen; steen kommt nicht vor.

Friedrich von Sachsen: steken bis 1450, nach 1450 fand ich auch vorsteen, steen, bestee. Immer: gehen. Bei Ernst und Albrecht sind gehen, stenen die gewöhnlichen Formen. Vgl. weiter v. Bahder a. a. O. S. 50 und S. 52: Sachsische Kanzleisprache um 1500 gehen, steken. In ost mittel deutschen Drucken aus der. ersten Halfte des 16. Jhts neben gehen, steken auch gdn, stan. Bei Luther kommen letztere Formen anfangs auch vor, verschwinden aber um 1530 ganz.

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