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i hat sich auch dieses nfirnbergische i, freilich fast um zwei Jahrhunderte spater, diphthongiert.

■Haben und lassen.

Diese beiden Wörter nehme ich hier zusammen, weil beide kurze Formen neben sich haben (han, lan). Böhmen.

Kanzlei Oeorgs von Podiebrad: haben, tassen; 2. Partizip : gehabt. Die kurzen Formen kommen vereinzelt vor, wie auch in Eger. Hier fand ich als Imperativ Mehrzahl von lassen: let. Sachsen.

Wilhelm von Thüringen : haben, lassen; vereinzelt wir

han. Part.: gehabt. Friedrich von Sachsen: haben, lassen; Partizip: gehat,

gehabt. Brandenburg.

Friedrich 1.: haben, lassen, spater ich han.

Albr. Achilles : haben, lassen; ich han vereinzelt. Partizip :

gehabt. Joachim I.: haben, lassen. Augsburg.

In der ersten Halfte des XV. Jahrhunderts sind die kurzen Formen die gewöhnlichen. Die meisten Schreiben zeigen sie und zwar mit dem schwabischen au für a: syhaund, er haut, sy haun, wir laun. Daneben begegnen die langern Formen : haben, lazzen, letzteres auch mit au: lauszen. Als Partizip zu haben fast immer: gehebt. Die kurzen Formen, besonders die mit au, schwinden wahrend der zweiten Halfte des Jahrhunderts. Doch begegnet si hand noch in Drucken in der zweiten Halfte des 16. Jhts. Erst 1610 fand von Bahder lan und han nicht mehr (S. 22). N[ürnberg: haben, lassen, neben denen nur sehr selten han vorkommt. Bei Hans Sachs noch im Reim j han, lan.

Die kurzen Formen scheinen vor allem dem Südwesten gelaufig gewesen zu sein. In der alteren Druckersprache in

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