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kaiserlichen Kanzlei nt statt nd auftritt, muB mehr an eine Beeinflussung dieser kaiserlichen Kanzlei durch andere Kanzleien als an einen EinfluB der kaiserlichen auf diese gedacht werden.

Intervokalisches h.

Wie wir oben S. 76 gesehen haben, kommt die Schreibung ch für intervokalisches h in der Kanzlei Friedrichs III. kaum vor. Bei Maximilian dagegen begegnet ch oft. Erst wahrend dessen Regierungszeit sehen wir es auch in andern Kanzleien auftreten. In Sachsen und Thüringen kannten die Kanzleien um die Mitte des XV. Jhts. nur gescheen, geschenn; geschehen kam bei Wilhelm von Thüringen und bei seinem Bruder nicht vor. Auch Ernst und Albrecht kannten nur gescheen. Zur Zeit Luthers dagegen ist geschechen in Sachsen bekannt. Luther schreibt es selbst 1520 in der Handschrift „Von den guten wercken": 2 X gescheche, geschechen, 18 X geschicht; vgl. Franke a.a.O. § 167. Dasselbe sehen wir in Nürnberg. Die Ratsverlasse kennen bis 1478 nur gescheen, bescheen. Seit 1478 bis 1507 kommen daneben geschehen, beschehen vor. Und nach 1507 erscheint geschechen, das 1512 noch zunimmt.

Von einem EinfluB der Sprache Friedrichs kann also auch hier nicht gesprochen werden. Eher lieBe sich von einem EinfluB der Sprache seines Sohnes Maximilians reden, obwohl dabei nicht vergessen werden soll, daB in Augsburg, dem Zentrum des Buchdrucks, schon früh ch sehr oft vorkam.

gehen, stehen.

Die Kanzlei Friedrichs III. kennt nur die Formen geen, steen; stütt las ich in einer Urkunde vom Jahre 1441 (W. Hecht) und die Formen gdn und stdn begegnen nur auf der Krönungsreise im Jahre 1442, vermutlich durch den EinfluB von Kanzlisten wie Welzly. Auch in der böhmischen Kanzlei Oeorgs herrschen nur gehen und stehen. Haben diese ê- Formen EinfluB ausgeübt ? Niclas von Wyle schreibt in der 18. Translation (Translationen, ed. von A. v. Keiler S. 350): „So ist vnsers landes tütsche biBher gewesen ze reden„zwüschen dir und mir, zwüschen üch

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