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Nr. 40 S. 274 (1525) haben nicht. Sobald aber Friedrich nicht selbst schreibt, bloB unterzeichnet, steht nit; vgl. oben S. 137. Es zeigt sich hier sehr deutlich der EinfluB seines Sekretars oder der Kanzlei i die Kanzlei schreibt fast durchweg nit, der Kurfürst selbst nicht. Wenn also Franke a. a. O. S 28 ff. schreibt: „Daher bevorzugte die kurfürstliche Kanzlei im Verkehr mit dem Kaiser nit, wShrend der Kurfürst 1525 in einem Briefe an seinen Bruder nicht schreibt", so ist das nicht ganz richtig. In allen Briefen, an wen sie auch gerichtet sind, die vom Kurfürsten durch seinen Sekretar oder durch die Kanzlei ausgehen, steht nit, nicht nur in denen an seinen Bruder. Die Briefe, die er selbst schreibt, haben dagegen nicht. Es w3re übrigens „plus royaliste que le roi" gewesen, wenn im Verkehr mit der kaiserlichen Kanzlei nur nit gebraucht worden ware. Kaiser Karls Kanzlei schreibt ja selbst oft nicht; vgl. Förstemann a. a. O. Nr. 81 S. 204: 1 X nit, 7 X nicht. Auch Herzog Ferdinand schreibt (Nr. 5 S. 118) an den Kurfürsten nicht.

Von einem EinfluB der Kanzleisprache Friedrichs III. laBt sich auch in Sachsen und Thüringen in dieser Hinsicht nichts verspüren. Ist nit in der Kanzlei des Kurfürsten durch die kaiserliche Kanzlei entstanden, so gebietet die Zeit der Erscheinung, die Kanzlei Maximilians oder Karls dafür als maBgebend anzunehmen. Zu Friedrichs III. Zeiten ist nicht die gewöhnliche Form.

s -f- Konsonant.

In der Kanzleisprache Friedrichs III. ist s nur sehr selten zu sch geworden. Sie kann also auch in dieser Hinsicht nicht vorbildlich gewirkt haben. Ob überhaupt hier die Kanzleisprache der Habsburger Vorbild gewesen ist, muB bezweifelt werden. In Augsburg kommt das sch vor Konsonanten in der Kanzlei doch schon viel früher vor als in der kaiserlichen. Zum ersten Mal las ich es 1418 (schmühe, Chron. V. S. 359). In einem Briefe an den Kaiser von 1478 (Chron. XXII S. 440) ist es schon durchgeführt. Auch in Nürnberg tritt sch vor Konsonant schon regelmaBig auf zu einer Zeit, wo es in der kaiserlichen Kanzlei nur vereinzelt vorkommt. In den Ratsverlassen fand ich 1478

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