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auch sonst sehr mundartlich gefarbten Sprache.

Am meisten im Qebraoeh zur Erlernung der ars dictandi warerr Sammlungen von Pormularschreïben, denen gewöhnlich eine Art Rethorik voranging „darin begriffen ist warausz man lernet missiuen das seind sendbrieff machen vnd wie man die pfiigt ze schreiben." Die altesten Handschriften, die diese Forrtiujare enthalten, reichen nach MÖHer nicht über den Beginn des 15. Jhts. zurück. Die Regeln wurden anfangs lateinisch gegeben, die Briefformeln deutsch geschrieben. Die ersten Formulari sind im Druck erschienen bei Anten Sorg und Schönsperger zu Augsburg in den achtziger Jahren. Sie wurden die Vorlage für eine ganze Reihe von folgenden, die am Ende des 15. Jhts. und im 16. Jht erschienen. Müller zahlt S. 362 eine stattliche Reihe dieser Formulare her. Von der Ausgabe 1484 bei Anfffönius Sorg gibt er einen Auszug und teilweise einen Abdruck.

Der vollstandige Titel lautet: Hye hebt an der formufclfi darirtnen begriffen Sind allerhand brieft auch rhetorick mit frag vnd antwurt ze geben tyttel aller stand sendtbrief synonima unnd colores das alles zum brief machen dienent ist (155 BI.).

Der Formulari enthalt (vgl. Müller S. 363, aus dem ich zitiere): des ersten die rethorick.

Darnach so volgent die titel aller stend geystïichs vnd wéltliches wie einem yeden gepfirtf nach seinen wirden zeschreiben vnd zü eren.

Nach dem seind hierinn begriffen synonima die anczaigen manigerley wörtef VWd wiewol dïe wörter verkert seind so bedeütent sy doch ein mainung.

Darnach so volgent die m i s s i u e n das seind sendbrieffe in welcher form man vmb ein yegfclicfre sache einem yeden nach sein wirden schreiben sol.

Auch volgent hienach colores rethoricales mit schönem berümtem teütsch zü der rethorik vnd missiuen dienent vnd zierent."

In der Rethorica werden nach der alten Theorie die ftinf Hauptbestandteile kunstgerechter Briefe behandelt : die Salutatio, das Exordium, die Narratio, die Petitio und die Conclusio.

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