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KAPITEL VIII.

Die Auffassung in den Handbüchern.

Wie ist es unter diesen Umstanden zu erklaren, daB in den Handbüchern, den Orammatiken und Qeschichten der deutschen Sprache, immer und immer wieder von dem bedeutenden EinfluB der kaiserlichen Kanzleisprache gesprochen wird?

Eine der Ursachen ist, daB die Verfasser derselben die Resultate von Schriften, welche sich speziell mit dem Stoff beschaftigten, als ihre eigne Meinung wiedergeben, ohne diese Resultate auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen, ja ohne diese Spezialschriften zu erwahnen. So wird stets wieder, freilich nicht immer mit denselben Worten, mitgeteilt, daB die Kanzleisprache seit Friedrich III. mundartliche Besonderheiten auszuscheiden versuche und daB bald darauf, in welchem Teile des Landes sie auch geschrieben werden, die Urkunden, die vom Kaiser ausgehen, dieselbe Sprache wiedergeben. Vergleichen wir z. B. Weise, Unsre Muttersprache 1909 S. 18 und Behaghel, Oeschichte der deutschen Sprache 1911 S. 66.

Weise: „Dabei erhielt natürlich die Kanzlei des kaiserlichen Hof es wegen ihres groBen Ansehens maBgebenden EinfluB. Diese war seit der Zeit Friedrichs III. (1440—1493) bestrebt gewesen, mundartliche Eigentümiichkeifen möglichst auszuscheiden, und kam wShrend der Regierung Maximilians 1.(1493—1519) so weit, daB sie alle vom Herrscher ausgehenden Schriften in derselben Form herstellte, gleichviel, in welchem Teile des Reichs er sich aufhielt."

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