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Kanzlei geblieben, alle nachfolgenden lierrscher fuBen auf ihn. Maximilian aber, der dieser Schriftsprache zuerst in seinen niederlandischen Provinzen mit klarem BewuBtsein und nothgedrungen Oeltung verschaffen muBte, dessen Kanzier also auch gewisse Instruktionen zu eriassen hatten — Maximilian galt spater als ihr Begründer, obwohl sie vielleicht auch schon etwas früher für das» eigentliche Deutschland nachgewiesen werden kann."

Diese Auffassung Wüickers, der hier noch in den Jahren 1909,. 1911 und 1913 als Autoritat gilt, ist jedoch grundfalsch.

Es ist nicht wahr, daB Friedrich III., als er König wurde, seine herzogliche Kanzlei als römische Kanzlei beibehielt. Er hat die römische Kanzlei seiner VorgSnger, bald auch Sigmunds Kanzier, übernommen. Dieselben Notare aus Sigmunds und Albrechts Kanzlei schreiben und unterfertigen vom Anfang an in der Kanzlei des Königs (vgl. Kap. I und III).

Es ist folglich nicht wahr, daB Friedrich anfangs die Schreibung seiner Kanzlei beibehielt und daB spater „die Idiotismen, die dem heimatlichen Dialekte allein angehörten, abgestreift wurden." Die Schreiber Sigmunds, von denen viele aus ï- Oegenden kamen, schrieben dieselbe Sprache wie unter Sigmund. Erst nach dem ersten Jahrzehnt von Friedrichs Regierung bekommt die Sprache der Kanzlei durch das Übergewicht von Schreibern aus österreichischen Oegenden die südliche Farbung (vgl. oben S. 79).

Es ist nicht richtig, daB „ein Anbequemen an die Mundart,. welche als die hergebrachte Redeweise der Kaiser galt", stattfand. DaB sp5ter viele Urkunden, besonders die nach dem nördlichern Teile des Reiches, mehr mitteldeutsche Besonderheiten zeigen, ist die natürliche Folge der Geschaftseinteilung der Kanzlei; vgl. oben S. 73.

Es ist nicht richtig, daB „manche Schwankungen der bisherigen Schreibung in der Kaiserkanzlei durch die Vorliebe des südlichen Dialektes entschieden wurden". Wenn sich in vielen Urkunden, besonders in denen nach den österreichischen Oegenden, mehr österreichische Eigentümlichkeiten finden, so ist das wieder die natürliche Folge der Tatsache, daB für den Verkehr mit dem Süden mehr die österreichischen Schreiber verwendet werden..

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