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Es ist nicht wahr, was Wülcker behauptet, daB „bei den Schreibern im ganzen Reiche eine vollstandige, allseitige Kenntnis der kaiserlichen Kanzleisprache durchdringt". Der Fehler resultiert aus der falschen Pramisse: „Die geschilderte Schreibung findet sich in allen Urkunden, die unter des Kaisers Namen ausgehen. Schriftstücke, die z. B. Friedrich im Jahre 1475 vom Niederrhein aus ergehen lieB, stimmen sprachlich vollkommen mit in Süddeutschland geschriebenen überein".

Dies ist aber nichts Neues. Auch bei Sigmund zeigen alle Urkunden, wo sie auch geschrieben wurden, dieselbe Sprache, abgesehen natürlich von den Nüanzierungen durch den Dialekt des Notars, der das Konzept schrieb, wie dies auch bei Friedrich der Fall ist. Und és ist auch ganz natürlich, daB die Urkunden dieselbe Sprache aufweisen, weil der Kaiser auf seinen Reisen eben einen Teil der Kanzlei bei sich hatte. Die Schenkbücher in Nürnberg, Augsburg und Frankfurt beweisen dies sehr deutlich. Auch in dem Jahre 1475, von dem Wülcker spricht, wird der Kaiser von der Kanzlei begleitet. Friedrich befindet sich Ende 1474 und fast das ganze folgende Jahr wegen der Verwicklungen mit Karl dem Kühnen in der Rheingegend. Viele Urkunden sind im diesem Jahre in Köln geschrieben worden. Bevor der Kaiser wider den Herzog von Burgund ins Feld zieht, halt er sich in Frankfurt auf (25. Nov.—17. Dez. 1474). In den „uszgeben" zu Frankfurt bei Gelegenheit des dortigen Aufenthalts Kaiser Friedrichs finden wir notiert (F. R. II, 1 S. 359): „item j florin umb fische als doctor Ludewig Paradise in die Römische kanczelly geschanckt hat", und in den „uszgeben" bei der Wiederkunft des Kaisers vom Kriegszug Ende 1475 (F. R. II, 1 S. 366): „item iiij .florin minus j schilling umb fische und anders geben, als doctor Ludewig Pardise, Johannes Brune statschriber und Ludewig schriber in der Römischen cantzelly aBen". Deutlich zeigt sich hier, daB Friedrich die Römische Kanzley oder einen Teil ■derselben mit sich führte. Auch für die andern Urkunden, d.d. 1488 Köln, 1486 Aachen, die Wülcker anführt, gilt dasselbe. Der Kaiser befindet sich mit seinem Sohne Maximilian 1488 in Köln ; 1486 in Köln, Aachen, Speyer. Auch in Frankfurt war er langere

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