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oft die französische Sprache geschrieben wurde, angelegen sein HeB. Sagt doch der Qelehrte Paulus Matthias Wehnerus — ich zitiere nach Schottels Ausführlicher Arbeit von der Teutschen Haubtsprache (Braunschweig 1663) S. 17 — : „Keyser Maximilianus der Erste hat auf dem Reichstage zu Cölln Anno 1512 bestettiget und bekraftiget, was Keyser Rudolphus zuvor wegen der Teutschen Sprache geordnet hatte, wie es dan im taglichen Gebrauche also noch wird gehalten. Und alhie gehöret auch her, daB in der Cammer aus Verordnung des Reichs, keine Acta als in Teutscher Sprach müssen angenommen werden, also gar, daB die Lotringer, Brabender, etc. jhre Acta aus Französischer in die Teutsche Sprache müssen übersetzen lassen, wan sie in der Cammer was anhengig machen Wollen".

Es ist nicht wahr, daB „von nun an" (seit Maximilian) „alle Schriften, ob in Ober-, ob in Niederdeutschland entstanden, sobald sie als direkt vom Könige und Kaiser ausgehen, den gleichen Dialekt, wiedergeben." Das war, wie gesagt, schon bei Sigmund und Friedrich der Fall. Es mag aber sein, daB früher mehr Urkunden in der Form, wie sie von der Partei eingereicht wurden, die Kanzlei des Kaisers, jetzt „ad mandatum domini imperatoris" vom Kanzier oder von einem Protonotar unterfertigt, wieder verlieBen.

Wir können jetzt Wülcker in seiner Beschreibung der Kaisersprache in Ruhe lassen. Schade nur, daB seine fehlerhafte Auffassung in vielen deutschsprachlichen Werken falsche Schilderungen der römischen Kanzleisprache veranlaBt hat und daB diese sich bis auf die jüngste Zeit, von Buch zu Buch, sogar durch hervorragende Werke, noch immer weiterschleppen.

Auch bei der Behandlung der Frage nach dem EinfluB der Kaisersprache auf die Entwicklung der kursachsischen Kanzleisprache scheinen die Handbücher nicht unabhangig von einander zu sein. Die meisten nehmen diesen EinfluB als Sehr bedeutend an; vgl. u. a. Behaghel, Oeschichte der deutschen Sprache S. 66 : „besonders wichtig ist, daB; seit dar zwei ten Halfte des 15. Jhts. ■die kursachsische Kanzlei sich mit Entschiedenheit an die kaiser-

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