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ken vorhanden war, die Form zu bevorzugen, die in der gleichzeitigen kaiserlichen Kanzlei gebrauchlich war. Um die Richtigkeit dieser Behauptung zu prüfen habe ich aus Förstemanns „Neues Urkundenbuch zur Oeschichte der evangelischen Kirchenreformation" (Hamburg 1842), einmal die eigenhandig geschriebenen Briefe des Kurfürsten Friedrich des Weisen mit denen, die von seinem Sekretar und denen, die vom Kanzier, Dr. Brück, geschrieben wurden, verglichen. Die Schreiben sind aus den zwanziger Jahren des 16. Jhts. Kurfürst Friedrich, der sich nach Franke so für die Einigung interessierte, schreibt noch eine sehr dialektische Sprache. Zwar sind die nhd. Diphthonge (auBer in: fruntlich) ganz durchgeführt, sogar kommt regelmatig ai für mhd. ei vor, aber sonst erinnert die Sprache in nichts an die der kaiserlichen Kanzlei. Aber gut, es sind Privatschreiben. Man hatte übrigens bei einem Fürsten, dem ein absichtliches „Zusammenzlehen in eine gewisse Sprache" zugeschrieben wird, einen so ausgesprochenen Dialekt nicht erwartet. Bei dem Sekretar und dem Kanzier als Verbeter der Kanzleisprache dürfen wir jedoch vierzig Jahre, nachdem der sogenannte AnschluB an die kaiserliche Kanzlei stattgefunden, doch eine der kaiserlichen Kanzleisprache nahezu ahnliche Sprache erwarten. Das Resultat zeigt folgende Übersicht:

Kurfürst Friedrichs Der Kanzleisekre- Der Kanzier dr. eigenhandige Briefe. tar. Förstemann Brück. Förstemann Förstemann, Nr. 1-40, Nr. 7 und Nr. 9. S. 36, 37 und S. ausgenommen Nr. 7 48—54.

und Nr. 9.

1° u und ü szunst, kunigk, bekomen, son- sundern, sust,

vor Nasal. suntag, szunder, der. kunnen, miinch,

sunder, munich, sunder lich, sust,

2° o in Pr3positionalverschmelzungen.

immer: szon, 1 mal aber: from, ko-

szonderlichen, ku- nig, vollkomen.

men, frum.

o: domit, item, aber auch : item, aber auch :

a. a.

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