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KAPITEL IX.

Jktthttdc.

Obwohl ich mich bei meinen Untersuchungen auf die Sprache der kai$eiiichen Kanzlei und ihre Einwirkung auf andre Kanzleisprachen beschrankt und das allgemeine Problem von der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache nur beilaufig berührt habe, möchte ich meine Arbeit nicht abschlieBen, ohne auf Orund der vorhergehenden Untersuchungen einige Bemerkungen über das allgemeine Problem zu machen.

Eins ist mir bei meiner Beschaftigung mit einem der Faktoren, die an der Entstehung der Oemeinsprache mitgewirkt haben, der kaiserlichen Kanzleisprache im XV. Jahrhundert, deutlich geworden : daB das Problem noch nicht im entferntesten seine Lösung gefunden hat. Eine erschöpfende Oeschichte der Entstehung dieser Sprache ware vorlaufig noch etwas UnmögKehes. khwffl von der Tatsache absehen, daB man bisher der kaiserlichen Kanzleisprache im XV. Jahrhundert einen zu groBen Wert beigelegt, sie nicht als ein einfaches Olied in der langen Kette von Faktoren im Werdegang der Oemeinsprache betrachtet hat; die Kenntnis der Mundarten und der Kanzleiverhaltnisse im XV. Jahrhundert aber befindet sich noch in einem solchen Anfangsstadium, daB von einer richtigen Wertschatzung des Anteils dieser Mundarten in dem AusgleichungsprozeB, aus dem die neuhochdeutsche Schriftsprache resultiert, einstweilen nicht die Rede sein kann.

Oründliche Kenntnis der Mundarten im XV. Jht. ist ein Haupterfordernis für die Lösung des Problems.

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