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§ 610.

Le 29 janvier 1915 la question des dommages-intérêts fut tranchée pour la première fois par le tribunal des prises de Hambourg dans 1'affaire du vapeur anglais Glitra (48), capturé et coulé en mer, le 20 octobre 1914, par un sous-marin allemand. Dans cette décision on lit les passages suivants qui démontrent que le tribunal de première instance considère le § 114 Pr.O. comme appbcable aux seuls navires neutres:

„Die neutralen Ladvuigseigentümer haben Ersatzansprüche geltend gemacht, die sie darauf gründen . . . . , dass ihnen,.... da nach § 19 Pr.O. neutrales Gut, von besonderen hier nicht in Betracht kommenden Umstanden abgesehen, der Einziehung nicht unterliege, gemass § 114 Pr.O. Schadensersatz zu gewahren sei... . Das Prisengericht (teilt) den auch vom Reichskommissar vertretenen Standpunkt, dass für neutrales Gut, das zugleich mit dem feindlichen Schiff, auf dem es verladen war, auf Anordnung des Kommandanten des Kriegsschbfes versenkt wird, unter keinen Umstanden Entschadigung zu gewahren ist.

Weder in der Prisenordnung, noch in den internationalen auf das Seerecht bezügbchen Vertragen wird die Frage entschieden ; es ist daher zu prüf en, inwieweit die Vorverhandlungen einen Anhalt für deren Lösung bieten.... [exposé des délibérations de la conférence navale de Londres] ....

Aus dem Angeführten ergibt sich also, dass man von der Regelung der Frage, ob für auf einem feindlichen Schiff befindliches, mit diesem zerstörtes neutrales Eigentum Entschadigung zu leisten sei, bewusst abgesehen hat, sowie, dass speziell Deutschland nur Entschadigung für die Zerstörung neutraler Ware auf einem zerstörten neutralen Schiff zu gewahren vorschlug....

Das einzige Bedenken gegen die hier vom Prisengericht vertretene Auffassung könnte aus § 114 Pr.O. hergeleitet werden, auf welche Bestimmung auch die Reklamanten wesentlich ihre Ansprüche gestützt haben. Hier wird aUerdings bestimmt [vob ci-dessus, § 609, (1)], dass der Kommandant, bevor er sich zur Zerstörung „eines Schbfes" entschliesst, zu erwagen hat, „ob der hierdurch dem Feind entstehende Schaden den Schadensersatz auf wiegt, der für die Mit vernichtung des nicht einziehbaren Teils der Ladung zu zahlen ist." Es könnte nach dieser Wortf assung scheinen, als ob die Pr.O. davon ausgehe, es sei im Falie der Zerstörung jedes, also auch eines feindlichen Schiffes für die Zerstörung aller mitvernichteten Güter, die nicht in den.zitierten Paragraphen als der Einziehung unterliegend angeführt sind, Entschadigung zu gewahren, also schlechthin für neutrales Gut, sofern es nicht der Konterbande zuzurechnen ist oder ein sonstiger Ausnahmefall vorliegt. Die Ableitung eines solchen Grundsatzes aus § 114 Pr.O. würde jedoch mit Rücksicht auf die obigen Ausführungen nur dann gerechtfertigt sein, wenn sie absolut zwingend ware ; das aber ist nach der Ansicht des Prisengerichts nicht der Fall. Es liegt vielmehr die Annahme nahe, dass § 114 überhaupt

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