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zogene Konsequenz. Und unser ganzer Schulkampf ist denn auch nichts anderes gewesen, als die Einforderung der Konsequenzen aus den Prinzipien, auf denen unser unchristlicher Staat aufgebaut ist".

In diesem Zusammenhange möchte ich noch ein anderes Zitat anführen, das dem zweiten Teil der Moralphilosophie von Victor Cathrein S.J. entnommen ist, (4e Aufl. 1904, S. 588.)

„Sind aber einmal tatsachlich verschiedene Religionen vorhanden und geduldet oder gar durch die Verfassung anerkannt, so ist der praktisch einzig durchführbare modus vivendi der, dass der Staat die Errichtung von Schulen den verschiedenen Rekenntnissen freigibt und sich darauf beschrankt, die öffentliche Verbreitung soloher Lehren zu verhindern, welche die Grundlage der Gesellschaft angreifen und ein friedliches Zusammenleben unmöglich machen. Die Kirche hat jedenfalls das Recht, eine solche Unterrichtsfreiheit als das geringere Uebel zu fordern, wenn sie zwischen einer derartigen Freiheit und der allseitigen staatlichen Bevormundung wahlen muss."

Nun, so dachten auch die Katholiken Hollands über diesen Fall und kampften aus diesem Grunde bis '48 für die Unterrichtsfreiheit und nach Erlangung derselben bis 1917 für die finanzielle Gleichstellung der freien Privatschule mit der öffentlichen, ohne welche Gleichstellung es ja mit der Freiheit in der Praxis nichts ist.

Was den historischen Verlauf dieses Schulkampfes anbelangt, so möchte ich auf meine beiden in Wien gehaltenen Reden hinweisen. Anstatt das darin Gesagte zu wiederholen — was überflüssig ist, weil jene Reden jedem Zuhörer gedruckt zur Verfügung stehen —möchte ich an dieser Stelle lieber etwas auf die Ursachen naher eingehen, die, dank der göttlichen Vorsehung, dahin geführt haben, dass eine katholische Minoriteit für die katholischen Kinder katholische Eigenschulen eroberte, die aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden, wie auch auf die Folgen, die der Schul-

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