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Ueber den Platz der Sünde im religiösen Leben der Menschen nach moderner Auffassung

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Bei ihm gibt es aber auch kein Lebensgebiet, von dem die „Sünde" grundsatzlich ausgeschlossen ware, und je mehr der i>avg seine Natur durchdringt, um so empfindhcher wird er auch tatsachlich auf allen für sie werden. Doch hiervon weiter unten. Zuvor haben wir uns noch in einem kleinen Sonderabschnitt mit der „Rechtfertvjung" zu befassen.

p) Die diesem Begriff zu Grunde liegende Stimmung ist zwar mit dem SündenbewuBtsein nicht so unmittelbar gegeben wie die „BuBstimmung", aber als gegensatzliche ist sie doch so nahe mit ihr verwandt, daB von einer hier vorgehenden Stimmungsveranderung auch dort das Gegenbild zu erwarten ist. Aus dem Folgenden wird sich indes ergeben, daB auf dem Gebiet der „Rechtfertigung" der Unterschied zwischen dem reformatorischen und unserem Empfinden noch bedeutsamer ist als auf dem der „BufSe".

In der vor allem polemisch verwendeten Lehre von der Rechtfertigung waren unsere Reformatoren sorgsamst bestrebt, den AnschluB an die „heilige" Schrift und insbesondere an die einschlagigen Stellen der Paulinischen Briefe zu wahren. Hat nun die Sünde seitdem einen anderen Platz im religiösen Leben gefunden oder muB sie ihn noch finden, wenn sie als religiös-sittlicher Begriff überhaupt noch existenzfahig sein soll, und ist 'ferner mit diesem Platzwechsel ein ihr Wesen berührender Urteils- und Stimmungswechsel verbunden: dann drangt sich von vorn herein die Vermutung auf, daB auch die Frage nach ihrer Ausschaltung nicht mehr so beantwortet werden kann, wie es vom Apostel und in seinem Gefolge von den Reformatoren geschehen ist.

Wer von einem RechtfertigungsitrfeiZ Gottes redet, der stellt sich Gott als Richter vor. Wird uns nun diese im Judentum herrschende Vorstellung schon überhaupt erschwert durch die Konkurrenz mit anderen genuin christhchen Vorstellungen, so wird sie uns in diesem