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Das Wesen des Romantischen

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Dichter wie Shelley der höchste und einzige, allumfassende Sinn des Daseins.

So ist für die Romantiker, um mit Joachimi1) zu sprechen, „die göttliche, menschliche, natürliche Liebe, die das Leben des groBen Weltorganismus, des Makroanthropos erhalt und tragt und so das höchste Lebenselement bedeutet: die Liebe ist für sie das letzte Faktum. Sie ist ein offenbares Geheimnis, sie ist das höchste Lebensmoment jedes Organismus."

Und auch für die alte Frage: wie ist eine Einheit der unendlichen Liebe und der individuellen Liebe möglich? liegt die Antwort klar auf der Hand: die Liebe zu der einzelnen Person ist nur ein Spezialfall der allgemeinen Liebe; wir vermogen durch die Liebe zu einem Einzelindividuum Sinn und Bedeutung der Urliebe des Universums zu verstenen; die irdische Liebe kann also als Schema der göttlichen dienen. So ist die Liebe die starkste und klarste Offenbarung der heiligen Lebensfülle und Lebenskraft der bildenden Natur; sie ist die unmittelbare Offenbarung der Gottheit.2)

Novalis, der vielleicht neben Shelley das Wunder der Liebe am starksten empfunden und der Sehnsucht nach der unendlichen Liebe den zartesten Ausdruck gegeben hat, laBt seinen Ofterdingen das hohe Lied der Liebe singen: „Ja, Mathilde, die höhere Welt ist uns naher, als wir gewöhnlich denken. Schon hier leben wir in ihr, und wir erblicken sie auf das Innigste mit der irdischen Natur verwebt. Deinè Liebe wird mich in die Heiligtümer des Lebens, in das Allerheiligste des Gemüts führen; du wirst mich zu den höchsten Anschauungen begeistern."3)

») L c 73.

•) Joachimi S. 74.

8) Novalis 1,123.