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Geschichte und Kultur des Inkareiches

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der Coleccion de Documentos inéditos para la Historia de Espana, S. 215) erklaren: „Es ergibt sich, dass die Curacas die Befugnis hatten, ihre Indianer (das heisst die Indianer ihres Bezirkes) zu bestrafen und sie sogar zu toten.”

Damit ist jedoch nicht gesagt, dass die eingeborenen Haupdinge ganz nach ihrem Belieben und Ermessen Todesurteile fallen konnten. Sie hatten bei der Urteilsfallung das Gewohnheitsrecht ihres Stammes in Betracht zu ziehen und überdies bei Todesurteilen die Zustimmung des Tucricuc, des höchsten Inkabeamten ihres Bezirks, einzuholen; denn dieser batte als „Beaufsichtiger von Allem” auch die Rechtspflege seines Verwaltungsbezirks zu überwachen. Einige spanische Autoren betonen denn auch, dass zwar die Curacas ein weitreichendes Richteramt besassen und es keinen Einspruch gegen ihre Urteile gab, doch ohne Zustimmung der Landesverwalter aus dem Inkastamme keine Todesurteile ausgesprochen und vollzogen werden durften. So berichtet zum Beispiel Bemabé Cobo in seiner Historia del Nuevo mundo (Hl. Band, S. 238), dass ohne das Einverstandnis des Tucricuc keine Hinrichtung vollzogen werden konnte. Und ebenso versichert in seinem Bericht über die Provinz Guamanga (Huamanga) deren Verwalter (Relaciones geograficas, I. Band, S. 99), dass keiner von den Kaziken toten lassen könne, obwohl sie berechtigt waren, harte Züchtigungen zu verhangen.

Daraus darf nicht gefolgert werden, dass die Tucricuc selbst das Richteramt übemehmen und Todesurteile aussprechen konnten. Die Inkas überliessen vielmehr, soweit es sich um Verstösse gegen das Gewohnheitsrecht der Stammesbezirke handelte, das Rechtsprechen den einheimischen Hauptlingen, nur forderten sie, dass diese vorher dieMeinung des Tucricuccuna über den betreffenden mit Todesstrafe bedrohten Fall einholten.